Wieder rassistische Beleidigung in Italiens Fußball | Sport-News | DW | 22.09.2019
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Italien

Wieder rassistische Beleidigung in Italiens Fußball

Dieses Mal trifft es den brasilianischen Fußball-Profi Dalbert Henrique, der für Florenz spielt. Die Erstliga-Partie bei Atalanta Bergamo wurde nach Schmährufen kurzzeitig unterbrochen. Die FIFA meldet sich zu Wort.

Dalbert Henrique Chagas Estevao (picture-alliance/Newscom/Sportimage Photo/J. Moscrop)

Atalanta-Fans beschimpfen Fußball-Profi Dalbert Henrique (Archivbild)

Im italienischen Profi-Fußball gibt es einen neuen Rassismus-Vorfall. Schiedsrichter Daniele Orsato ließ die Partie zwischen Atalanta Bergamo und der AC Florenz nach einer halben Stunde für mehrere Minuten pausieren. Florenz-Profi Dalbert Henrique aus Brasilien hatte den Schiedsrichter angesprochen, weil er sich wegen einschlägiger Gesänge von Atalanta-Fans rassistisch beschimpft fühlte. Er wollte das Feld verlassen. Über Lautsprecher wurden die Zuschauer aufgefordert, entsprechende Rufe zu unterlassen. Daraufhin gab es Pfiffe aus dem Publikum.

Atalanta vs. Fiorentina | Rassistische Beschimpfung von Atalanta Bergamo (picture-alliance/ZUMAPRESS/Lapresse/C. Grassi)

Aus diesen Reihen kamen die Schmährufe und Beleidigungen gegen Dalbert Henrique

Nach der Spielunterbrechung erzielte Neuzugang Franck Ribéry, der lange für Bayern München spielte, sein erstes Tor für Florenz. Eine Flanke von der rechten Seite verwandelte er direkt ins rechte Eck. Das Match der Fiorentina beim Champions-League-Teilnehmer endete 2:2.

In Italien mussten in den vergangenen Wochen wiederholt Fußball-Partien unterbrochen werden, weil Spieler rassistisch beschimpft worden waren. Anfang des Monats beleidigten Fans von Cagliari Calcio den belgischen Nationalstürmer Romelu Lukaku von Inter Mailand, indem sie Affenlaute imitierten und Schmährufe brüllten.

Franck Ribery (imago images/HochZwei/Syndication)

Franck Ribéry macht in der Partie sein erstes Tor für Florenz

Angesichts der Vorfälle meldete sich nun auch FIFA-Präsident Gianni Infantino zu Wort. Im italienischen Fernsehsender RAI sagte der Chef des Weltverbandes, die Situation sei sehr ernst und müsse solange bekämpft werden, bis rassistische Gesänge aufhörten. Rassismus müsse mit Bildung, Verurteilung und Diskussionen bekämpft werden, sagte Infantino. "Wir können keinen Rassismus in der Gesellschaft oder im Sport haben. In Italien hat sich die Situation nicht verbessert, und das ist sehr ernst. Man muss die Verantwortlichen identifizieren und aus den Stadien werfen", verlangte der Schweizer. Man dürfe keine Angst davor haben, Rassisten zu verurteilen.

se/nob (sid, dpa, ap)

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