Wieder ein Journalist in Mexiko erschossen | Aktuell Amerika | DW | 22.03.2018
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Gewalt gegen Meinungsfreiheit

Wieder ein Journalist in Mexiko erschossen

Im vergangenen Jahr war das lateinamerikanische Land weltweit das gefährlichste für Reporter. Jetzt fiel Leobardo Vázquez im Osten Mexikos einem Auftragsmord zum Opfer. Die Anordnung kam möglicherweise von hoher Stelle.

Mexiko Journalist Leobardo Vazquez ermordet (picture alliance/AP/F. Marquez)

Ein Nachbar mit einer lokalen Zeitung, die über den Mord berichtet

Der 42-jährige Leobardo Vázquez wurde an seinem Haus in der Stadt Gutierrez Zamora im Bundesstaat Veracruz getötet. Unbekannte eröffneten von einem Motorrad aus das Feuer auf den Journalisten, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Der Reporter betrieb über das soziale Netzwerk Facebook eine Seite, auf der er unter anderem über lokale Themen sowie Verbrechen der Region berichtete. Die Gegend gilt als Hochburg für Drogenkartelle.

Notar und Bürgermeister drohten ihm

Laut der staatlichen Kommission für "Achtung und Schutz von Journalisten" gibt es Hinweise darauf, dass staatliche Stellen in den Anschlag auf Vázquez verwickelt sind. "Anscheinend hatte er Drohungen von einem Notar, auch von Bürgermeistern erhalten. Aber diese Informationen sind noch sehr diffus", sagte Kommissionspräsidentin Ana Laura Pérez Mendoza.

Mexiko Journalist Leobardo Vazquez ermordet (Getty Images/AFP/v. Razo)

Ermittler riegelten den Tatort ab

Veracruz gilt als einer der gefährlichsten Bundesstaaten für Journalisten. Seit 2000 kamen dort 22 Medienschaffende gewaltsam um. In diesem Jahr ist Vázquez bereits der dritte in Mexiko getötete Reporter. Nach Angaben des "International Press Institute" in Wien war das lateinamerikanische Land im vergangenen Jahr mit mindestens 14 Morden weltweit das gefährlichste für Journalisten.

se/ml (dpa, ap)

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