Wieder Ausgangsbeschränkungen in Tschechien | Aktuell Europa | DW | 21.10.2020
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Kampf gegen Coronavirus

Wieder Ausgangsbeschränkungen in Tschechien

In der Tschechischen Republik läuft die Corona-Situation offenbar aus dem Ruder. Wegen der vielen Neuinfektionen und aus Furcht, die Krankenhäuser zu überlasten, verhängt die Regierung einen neuen Lockdown.

Tschechien Prag | Coronavirus

Flanieren auf der Prager Karlsbrücke - Spaziergänge sind künftig allerdings nur noch in der freien Natur erlaubt

Wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus hat die Regierung in Prag einen weitgehenden Lockdown angekündigt. Von Donnerstag an bis zum 3. November werden die meisten Geschäfte und Dienstleistungen geschlossen, wie Gesundheitsminister Roman Prymula ankündigte. Ausgenommen sind Lebensmittelläden, Drogerien und Apotheken.

Zudem werden Ausgangsbeschränkungen wie im Frühjahr verhängt. Die Regierung ordnete an, dass die Menschen zu Hause bleiben und ihre Kontakte mit anderen Leuten auf die "absolut notwendige Zeit" begrenzen müssen. Ausnahmen gelten nur für den Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Familienbesuche. Erlaubt sind auch Spaziergänge in Parks und der freien Natur - allerdings nur allein, zu zweit oder mit anderen Familienmitgliedern.

Tschechien Prag | Protest gegen Coronamaßnahmen

Corona-Maßnahmen sind auch in Prag ein Grund für Proteste wie hier am vergangenen Sonntag in Prag

In dem deutschen Nachbarland gilt offiziell seit dem 5. Oktober der Notstand. Es gebe einen "enormen Anstieg" bei der Zahl der Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden müssten, sagte Ministerpräsident Andrej Babis. Ohne die Maßnahmen würde das Gesundheitssystem in weniger als drei Wochen zusammenbrechen. 

In dem EU-Mitgliedstaat mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern wurden mehr als 170.000 Coronavirus-Infektionen und mehr als 1400 Todesfälle registriert. Vergangene Woche hatte die Regierung bereits die Schließung von Restaurants und Bars angeordnet und ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum verhängt.

Die Corona-Restriktionen sind allerdings hoch umstritten. Am Sonntag gab es bei Protesten gegen die Maßnahmen Ausschreitungen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas gegen die Demonstranten ein, fast 20 Polizisten wurden verletzt.

uh/kle (dpa, afp, rtr)

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