Wie will Joachim Löw die Wende schaffen? | Sport | DW | 29.08.2018
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Analyse des WM-K.o.s

Wie will Joachim Löw die Wende schaffen?

Fußball-Bundestrainer Joachim Löw präsentiert heute seine Analyse des WM-Debakels in Russland. Die deutschen Fans sind laut einer Umfrage skeptisch, dass ein erfolgreicher Neustart mit Löw gelingen kann.

Zwei Monate nach seinen schwersten Stunden als Fußball-Bundestrainer tritt Joachim Löw in München zum Neustart mit der deutschen Nationalmannschaft an. In der Allianz Arena wird der 58-Jährige ab 12 Uhr MESZ gemeinsam mit Teammanager Oliver Bierhoff die Analyse des deutschen WM-Debakels präsentieren. Ein Fingerzeig auf seine künftigen Pläne könnte das Aufgebot sein, das Löw für die anstehenden ersten beiden Länderspiele nach der WM benennt. Am 6. September wird die DFB-Elf in München in der neuen UEFA Nations League gegen Weltmeister Frankreich spielen, drei Tage später steht in Sinsheim ein Testspiel gegen WM-Teilnehmer Peru an. Löw, dessen Vertrag mit dem DFB noch bis nach der Europameisterschaft 2022 läuft, braucht schnell wieder Erfolge, um zu zeigen, dass er auch nach dem Vorrunden-Aus in Russland weiter der richtige Trainer für die wichtigste deutsche Fußball-Mannschaft ist. Sollte sich die Mannschaft so desolat wie bei der WM präsentieren, dürfte die Luft für Löw schnell dünn werden.

Rückendeckung von DFB und Klubs

"Bis zur EM muss Joachim Löw die Mannschaft wieder in Schwung gebracht haben. Er wird jetzt hart arbeiten und sonst sagen: Arrivederci!", glaubt Uli Hoeneß, Präsident des deutschen Rekordmeisters FC Bayern. Löw und Bierhoff haben die Vereinschefs und die Spitzen des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) bereits über ihre Schlüsse aus der WM-Pleite informierte. Sowohl Klub-, als auch DFB-Vertreter signalisierten Rückendeckung für den Bundestrainer.

Sammer fordert "mehr Fußballkompetenz" bei DFB und DFL

Matthias Sammer (Getty Images/A. Hassenstein)

Sammer: "Wissen, wie gewinnen geht"

Matthias Sammer äußerte sich skeptisch, dass Löw und Bierhoff alleine die nötige Wende herbeiführen können. "Mir fehlt die Kompetenz bei DFB und DFL, die beide die Struktur des deutschen Fußballs vorgeben", sagte Sammer der Zeitschrift "Sport Bild": "Löw ist als Trainer nur ein Teil des Systems, Oliver Bierhoff sehe ich mehr für die Management-Themen rund um die Nationalmannschaft verantwortlich. Auch ein neuer Sportdirektor - den Posten hatte Sammer von 2006 bis 2012 selbst beim DFB inne - würde das Problem allein nicht lösen. "Die Diskussion zwischen DFB , DFL und den Klubs, die jetzt aus der Not heraus geboren ist, kann nur der Start zu einer Neuorientierung sein", sagte Sammer. Der Europameister von 1996, der aktuell seinen früheren Verein Borussia Dortmund berät, forderte "mehr Fußballkompetenz im Verband". Diese müsste die Richtlinien auf allen Ebenen wie Trainer- und Jugendausbildung festlegen. Dabei müsste es sich um fachliche Typen handeln, "die wissen, wie Gewinnen geht".

Nur ein Viertel glaubt an erfolgreiche Wende mit Löw

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für das Nachrichtenportal "t-online.de" trauen nur 26,7 Prozent der Fußball-Fans in Deutschland Löw einen erfolgreichen Neustart zu. Dagegen glauben 57,5 Prozent der befragten Sportinteressierten, dass der Bundestrainer mit dem Nationalteam nicht mehr an alte Erfolge anknüpfen kann.

sn/asz (dpa, sid)

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