WHO: Genmanipulation als Therapie? | Aktuell Welt | DW | 04.12.2018
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Medizin

WHO: Genmanipulation als Therapie?

Kürzlich verkündete ein Forscher in China die angeblich erste Geburt von Babys mit manipuliertem Genom - und entfachte damit einen Sturm der Entrüstung. Doch WHO-Chef Tedros möchte nicht in die Empörung mit einstimmen.

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) will Genom-Manipulationen an embryonalen Keimzellen nicht von vornherein als Therapie bei Krankheiten ausschließen. Die WHO sei dabei, ein Expertengremium einzuberufen, um alle Aspekte der umstrittenen Technik zu untersuchen, erklärte Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf.

"Genom-Editierung wirft ethische, soziale und Sicherheitsfragen auf", so der Äthiopier Tedros weiter. "Es ist gut, wenn Experten sich hinsetzen und sich aller Fragen annehmen, um zu sehen, wie die Methode eingesetzt werden kann." Ausgangsfrage müsse allerdings sein, ob solche Methoden überhaupt in Erwägung gezogen werden sollten.

Tabu gebrochen

Ende November hatte der zuvor weitgehend unbekannte Wissenschaftler He Jiankui erklärt, mit Hilfe der "Genschere" Crispr/Cas9 das Erbgut von Embryonen so verändert zu haben, dass sie nicht an AIDS erkranken könnten. Zwei Mädchen - Zwillinge mit den Pseudonymen "Lulu" und "Nana" - sollen bereits vor einigen Wochen auf die Welt gekommen sein.

He Jiankui (Getty Images/AFP/A. Wallace)

He Jiankui: Schöpfer von "Nana" und "Lulu"?

International stieß Hes Erklärung auf Zweifel und scharfe Kritik, schließlich galten solche Experimente auf dem Weg zum "Designerbaby" bisher als Tabu. Die chinesische Regierung verbot dem Wissenschaftler der Southern University of Science and Technology in Shenzhen sogar weitere Forschungsaktivitäten. Experten bezweifelten den medizinischen Nutzen der Versuche und verwiesen auf gesundheitliche Risiken für die beiden Mädchen und deren Nachkommen.

wa/kle (dpa, epd)

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