Westirak: Kämpfe in Falludscha und Ramadi | Aktuell Nahost | DW | 03.01.2014
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Aktuell Nahost

Westirak: Kämpfe in Falludscha und Ramadi

In der Unruheprovinz Anbar verschärfen sich die Gefechte zwischen Al-Kaida-nahen Rebellen und irakischen Sicherheitskräften. Unklar ist, inwieweit die Aufständischen die Kontrolle über Falludscha und Ramadi haben.

Es ist ein Kampf um einzelne Stadtteile, Straßenzüge, Polizeiwachen. Mal vermeldet die eine Seite Erfolge, mal die andere. So hatten islamistische Rebellen zunächst weitere Viertel der Provinzhauptstadt Ramadi erobert. Nach Angaben der irakischen Polizei waren die Aufständischen in Teile des Stadtzentrums vorgerückt. Später ließ eine örtliche Stammesmiliz verkünden, es seien 62 Rebellen getötet worden. Sie sollen zur Al-Kaida-nahen, sunnitischen Miliz ISIS (Islamischer Staat im Irak und in Syrien) gehören. Außerdem soll auch der Islamisten-Chef in Al-Anbar, Abu Abderrahman al-Bagdadi, von Stammesmitgliedern getötetet worden sein.

Die Nachbarstadt Falludscha haben Kämpfer ISIS offenbar unter ihrer Kontrolle. Die Extremisten hatten bereits am Donnerstag Teile von Falludscha besetzt. Regierungsmedien in der irakischen Hauptstadt meldeten am Freitag, Truppen aus Bagdad hätten die Extremisten aus den von ihnen okkupierten Polizeiwachen vertrieben. Offenbar zogen sich die Einheiten aber danach wieder aus Falludscha zurück, sodass die Militanten der ISIS erneut einrücken konnten. Unabhängige Bestätigungen dieser Meldungen gibt es allerdings nicht. Amtlichen Angaben zufolge sollen in der Unruheprovinz Anbar außerdem 32 Zivilisten ums Leben gekommen sein. Die Lage in Anbar bleibt unübersichtlich.

ISIS mischt in Syrien mit

Die Provinz ist mehrheitlich sunnitisch bevölkert, während die Regierung in Bagdad und ihre Sicherheitskräfte schiitisch dominiert sind. Die Sunniten in Anbar fühlen sich von der Regierung diskriminiert.

Die Al-Kaida-nahe ISIS erhält zwar Zulauf aus frustrierten sunnitischen Milieus, ist aber wegen ihres Extremismus in weiteren Kreisen der Bevölkerung unbeliebt. Zugleich vermochte sie sich im unwegsamen Wüstenland von Anbar einzunisten und mischt von dort aus auch im Bürgerkrieg im unmittelbar benachbarten Syrien mit - gegen das Regime von Machthaber Baschar al-Assad.

Auslöser der jüngsten Gewalt in der Region war die Räumung eines Protestlagers von Regierungsgegnern in Ramadi am Montag.

cw/qu (dpa, afp)