Wer war Leonardo da Vinci? | Kunst | DW | 01.05.2019
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Zum 500. Todestag

Wer war Leonardo da Vinci?

Vor 500 Jahren starb Leonardo da Vinci, das Universalgenie aus der Toskana. Er war Künstler und Naturwissenschaftler und verkehrte trotz niederer Herkunft mit den mächtigsten Männern der Renaissance.

Wissenschaft und Kunst gehörten für Leonardo da Vinci zusammen. Eigentlich gehörte für ihn alles zusammen. Er war neugierig, wollte die Welt verstehen und ließ seine naturwissenschaftlichen Erkenntnisse in seine Kunst einfließen. Schon als Kind setzte er sich mit einem Büchlein vor die Tür, beobachtete die Wolken und notierte, was er sah. Als Erwachsener sezierte er heimlich Leichen, um sein Wissen über Körperbau, Muskeln, Gelenke und Proportionen zu erweitern.

Aus der Provinz ins pulsierende Florenz

Geboren wurde Leonardo am 15. April 1452 in Anchiano, einem Ortsteil der Gemeinde Vinci in der Toskana. Seine Eltern, ein Notar und eine 16-jährige Magd, waren nicht verheiratet. Leonardo wuchs daher bei seinem Großvater auf und zeichnete gern. Es gelang ihm, als Lehrling in der Werkstatt des renommierten Bildhauers Andrea del Verrocchio unterzukommen. Dieser erledigte Aufträge für die Medici, eine Kaufmanns- und Bankiersfamilie, die Florenz über Jahrhunderte mit ihrer Macht und ihrem Geld kontrollierte.

Revolution in der Porträtmalerei

Leonardo da Vinci erhielt Einzug in die höheren Kreise und wurde Mitglied der Lukasgilde, einer Florentiner Künstlervereinigung. Er malte in aller Seelenruhe Porträts und Madonnenbilder. Manche Bilder bewahrte er Jahrzehnte in seiner Werkstatt auf und überarbeitete sie immer wieder - das berühmteste Bild, das jahrelang mit ihm reiste, ist die weltbekannte "Mona Lisa", ein Bildnis, das heute im Louvre in Paris zu sehen ist.

Gemälde Salvator Mundi von Leonardo (picture-alliance/AP Photo/K. Wigglesworth)

Leonardo da Vincis Gemälde "Salvator Mundi" wurde 2017 in New York für 450 Millionen Dollar US-Dollar versteigert

Ob verträumt dreinblickend oder selbstbewusst-abgeklärt, Frauen hatten es ihm angetan - allerdings nur auf der Leinwand. Privat interessierte er sich für Männer. Gegen die Konventionen verstieß er auch mit seiner Porträtmalerei. Statt die Damen, wie seinerzeit üblich, im Profil zu malen, blicken sie in da Vincis Bildern den Betrachter an.

Erkenntnisse in Spiegelschrift

Doch Leonardo da Vinci nur auf seine Malerei zu reduzieren, wird ihm nicht gerecht. Zum einen hinterließ er gar nicht so viele Gemälde. Nur ein gutes Dutzend werden ihm heute sicher zugeschrieben. Zum anderen existieren weitaus mehr Anatomiestudien sowie Skizzen, in Spiegelschrift verfasste Texte und Baupläne, die gar keinen künstlerischen Hintergrund haben, wie Entwürfe für Panzer, Fluggeräte oder eine Taucherausrüstung. Er konstruierte Brücken und entwarf eine ganze Stadt. Die meisten seiner Ideen wurden jedoch nie realisiert.

Zeichnungen von Schädeln und Wirbelsäulen (picture alliance/Prisma Archivo)

Anatomiestudie von Leonardo da Vinci aus dem 15. Jahrhundert

Florenz, Mailand und Rom - die Hauptstädte der Renaissance waren seine Wirkungsstätten. Dort fand er Auftraggeber, reiche Familien oder gleich den Papst. Im Jahr 1516 lud ihn Frankreichs König Franz I. zu sich ein, bezahlte ihn gut und ließ ihm alle Freiheiten, sich seinen Projekten zu widmen. Zu seinen Aufgaben gehörte es, dort rauschende, prunkvolle Feste zu organisieren. Am 2. Mai 1519 starb das Universalgenie im Château Clos Lucé - der Legende nach in den Armen des französischen Königs.

Zahlreiche Ausstellungen in Europa nehmen in diesem Jahr Leben und Werk von Leonardo da Vinci in den Blick. Der Louvre in Paris zeigt im Herbst eine Retrospektive. Vom 24. Mai bis zum 13. Oktober werden 200 Zeichnungen im Buckingham Palace in London ausgestellt.

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