Wer ist der größere Feind: Powell oder Xi? | Aktuell Amerika | DW | 23.08.2019
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Trump gegen die Fed

Wer ist der größere Feind: Powell oder Xi?

Die US-Notenbank werde "angemessen handeln, um den Aufschwung zu stützen", sagt der Fed-Chef in einer mit Spannung erwarteten Rede. Von Zinssenkungen sprach er nicht. Weshalb der Mann im Weißen Haus tobt.

Trotz mehrerer Risiken sieht die US-Zentralbank Federal Reverve (Fed) die amerikanische Wirtschaft in einer "günstigen Position." Sie habe sich alles in allem weiterhin gut entwickelt, sagte Fed-Chef Jerome Powell in einer Rede vor Notenbankern und Ökonomen in Jackson Hole im Bundesstaat Wyoming. Er verwies zwar auf sich abschwächende Investitionen und Industrieaktivitäten, ein solides Jobwachstum und steigende Löhne würden jedoch den Konsum antreiben und ein moderates Wachstum unterstützen. Auch die Handelskonflikte mit China und anderen Ländern erwähnte der oberste Währungshüter. Von Zinssenkungen sprach Powell nicht. Zumindest nicht direkt.

Und das brachte den US-Präsidenten erwartungsgemäß in Rage. Donald Trump erwartet von der Notenbank überhaupt nur eines: niedrige Zinsen. Und weil sich Powell, wie schon seine Vorgängerin Janet Yellen, einfach nicht den Wünschen aus dem Weißen Haus fügen will, ist er beinahe schon der Lieblingsfeind des Präsidenten. So war die Rede des Fed-Chefs auf der alljährlichen Notenbanker-Konferenz in Jackson Hole kaum verklungen, da schleuderte Trump ihm einen Tweet hinterher:

"Wie üblich hat die Fed GAR NICHTS getan!" Es sei unglaublich, dass die Notenbank sich äußern könne "ohne zu wissen oder zu fragen, was ich mache, was ich in Kürze bekanntgeben werde", empörte sich der Präsident. Schließlich schrieb Trumpr unter Hinweis auf Powell und Chinas Präsident Xi Jinping: "Meine einzige Frage lautet, wer ist unser größerer Feind, Jay Powell oder der Vorsitzende Xi?"

In schwieriger Lage

USA Wyoming | Jerome Powell und Mark Carney während der dreitägigen Challenges for Monetary Policy Konferenz (Reuters/J. Crosby)

Währungshüter unter sich: Jerome Powell (USA) und Mark Carney (GB) in Jackson Hole

Die Dollar-Wächter stecken momentan in einer schwierigen Lage. Trump setzt die politisch unabhängige Notenbank schon seit langem unter Druck, die Geldpolitik zu lockern. Der Schritt im Juli ging ihm nicht weit genug. Erst am Montag forderte er eine Zinssenkung um mindestens einen vollen Prozentpunkt.

Am Finanzmarkt wird mittlerweile fest erwartet, dass die Fed auf ihrer Zinssitzung Mitte September und mindestens noch ein weiteres Mal in diesem Jahr die Zinsen nach unten setzt. Die Notenbank hatte Ende Juli erstmals seit der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren ihren Leitzins um einen Viertelpunkt auf jetzt 2,00 bis 2,25 Prozent gesenkt. Damit reagierte sie auf den Handelskonflikt mit China, der zusehends auf die Weltkonjunktur und die heimische Wirtschaft durchschlägt.

rb/qu (afp, ap, dpa, rtr)

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