Weltweit 168 Millionen Kinderarbeiter | Aktuell Welt | DW | 23.09.2013
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Aktuell Welt

Weltweit 168 Millionen Kinderarbeiter

Jedes zehnte Kind auf der Welt muss arbeiten und jede zweite Arbeit schadet der Gesundheit der Minderjährigen. Doch die Kinderarbeit sei weltweit auf dem Rückzug, sagt die Internationale Arbeitsorganisation ILO.

Trotz der erschreckenden Zahlen stellt der ILO-Bericht für das Jahr 2012 auch große Fortschritte fest. Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2000 habe die Kinderarbeit um ein Drittel abgenommen. Heute gebe es fast 78 Millionen Kinderarbeiter weniger. Vor allem bei den Mädchen sei der Rückgang beachtlich gewesen: Den Schätzungen zufolge müssen von ihnen inzwischen 40 Prozent weniger arbeiten. Bei den Jungen waren es 25 Prozent.

Immer mehr Staaten setzen im Kampf gegen Kinderarbeit ein Mindestalter für Beschäftigte fest, oder verbieten die schlimmsten Formen der Kinderarbeit per Gesetz. Kinder müssen oft an gefährlichen Gerätschaften, nachts, unter Wasser oder unter Tage arbeiten. Auch sexuelle Ausbeutung ist weiterhin verbreitet.

Nicht nur ein Problem der armen Länder

Erfreut zeigten sich die Macher der Studie darüber, dass in den Jahren 2008 und 2009 die Kinderarbeit trotz einer globalen Wirtschaftskrise abgenommen habe. Allerdings, so heißt es weiter in dem Bericht, stellten sich diese Erfolge zu langsam ein. Das Ziel, bis 2016 die gefährlichsten Formen von Kinderarbeit ganz zu beseitigen, werde definitiv nicht erreicht.

Zahlenmäßig leben die meisten Kinderarbeiter in Asien und im Pazifikraum. Prozentual ist ihr Anteil jedoch in Afrika südlich der Sahara am höchsten, dort arbeitet jedes fünfte Kind. Nach ILO-Angaben ist Kinderarbeit nicht nur ein Problem der ärmsten Länder. In absoluten Zahlen betrachtet, lebten die meisten Kinderarbeiter in Ländern mit mittlerem Nationaleinkommen.

Als Kinderarbeiter gilt, wer zwischen 5 und 17 Jahren alt ist und mehr als nur leichten oder auf wenige Stunden begrenzten Tätigkeiten nachgeht - auch unbezahlt.

de/as (dpa)