Weltbank: Klimawandel könnte Millionen Menschen vertreiben | Aktuell Welt | DW | 20.03.2018
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Die Folgen der Erderwärmung

Weltbank: Klimawandel könnte Millionen Menschen vertreiben

Die Weltbank schlägt Alarm: Bis zum Jahr 2050 könnte es mehr als 140 Millionen Binnen-Klimaflüchtlinge geben, sollte die Politik nicht entschiedener gegen den Klimawandel vorgehen.

Von einem "Weckruf" spricht Weltbank-Geschäftsführerin Kristalina Georgiewa: "Wir haben jetzt ein schmales Zeitfenster, uns auf diese neue Realität vorzubereiten, bevor die Folgen des Klimawandels sich verstärken." Die Weltbank hat in Washington einen Bericht vorgestellt, der mögliche Wanderungsbewegungen durch den Klimawandel untersucht. Die Experten kommen zu dem Schluss, dass durch Dürren, Missernten, Sturmfluten und steigende Meeresspiegel mehr als 140 Millionen Menschen in Afrika südlich der Sahara, Lateinamerika und Südasien innerhalb ihrer Heimatländer zur Flucht gezwungen werden könnten. Bis 2050 käme es zu einer humanitären Krise, heißt es in dem Weltbank-Bericht.

"Mit jedem Tag wird der Klimawandel zu einer größeren wirtschaftlichen, sozialen und existenziellen Bedrohung", warnt Georgiewa. Der Klimawandel sei bereits unaufhaltsam zu einem "Motor für Migration" geworden. Betroffen seien Individuen, Familien, aber auch ganze Gemeinschaften, die nach lebenswerteren Orten suchten.

USA Kristalina Georgiewa in Washington (Getty Images/AFP/A. Caballero-Reynolds)

Weltbank-Geschäftsführerin Kristalina Georgiewa

Umfassende Untersuchung

Nach Angaben der Weltbank könnten vorbeugende Maßnahmen und weltweiter Klimaschutz die Zahl der Binnen-Klimaflüchtlinge um bis zu 80 Prozent reduzieren. Es werde sich auszahlen, wenn Städte sich auf einen starken Zuzug aus ländlichen Regionen vorbereiteten. Zudem brauchten Betroffene Hilfe bei der Entscheidung, ob sie umziehen oder bleiben sollten.

Noch nie seien die schleichenden Auswirkungen der Erderwärmung, interne Migrationsbewegungen und Entwicklung in diesen drei Weltregionen so umfassend untersucht worden, hieß es in Washington weiter. Beteiligt war auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). 

rb/ust (afp, ap, dpa)

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