Weißes Haus schließt CNN-Reporterin aus | Aktuell Amerika | DW | 26.07.2018
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Pressefreiheit

Weißes Haus schließt CNN-Reporterin aus

Weil sie zuvor "unangemessene" Fragen gestellt hatte, durfte eine CNN-Journalistin nicht an einer Pressekonferenz des Weißen Hauses teilnehmen. Die Reaktionen fielen harsch aus - auch bei Trumps Lieblingssender Fox News.

USA Washington CNN Reporterin Kaitlan Collins (picture-alliance/AP/A. Brandon)

CNN-Reporterin Collins: Ihr Ausschluss sorgte für Proteste

Große Pressekonferenz mit US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Washington DC - doch nicht alle Journalisten durften dabei sein. Kaitlan Collins war vom Weißen Haus ausgeschlossen worden. Die CNN-Reporterin hatte zuvor bei einem Fototermin mit den beiden Spitzenpolitikern im Oval Office Trump offenbar mehrere unangenehme Fragen gestellt. 

USA Washington Jean-Claude Juncker, Präsident EU-Kommission & Donald Trump (Reuters/J. Roberts)

Juncker mit Trump - doch nicht jeder durfte dabei sein

Die Journalistin hatte den US-Präsidenten gefragt, ob er sich von seinem Ex-Anwalt Michael Cohen betrogen fühle und warum Russlands Präsident Wladimir Putin seine Einladung nach Washington noch nicht angenommen habe. Auf einem Videomitschnitt des Pressetermins ist zu sehen, wie Collins wiederholt Fragen zu Cohen und Putin an den Präsidenten richtet, dieser aber nicht antwortet. Stattdessen sagt Trump wiederholt "vielen Dank" in Richtung der versammelten Presse, um die Runde zu beenden.

Selbst Fox News zeigt sich solidarisch 

Der US-Präsident hatte seinen ehemaligen Anwalt Cohen zuvor in der Schweigegeld-Affäre um ein ehemaliges Playmate attackiert. Nach dem Foto-Termin im Oval Office wurde Reporterin Collins ihren eigenen Angaben zufolge von einer späteren Pressekonferenz von Trump und Juncker im Rosengarten des Weißen Hauses ausgeladen. Eine derartige Vergeltungsmaßnahme spreche nicht für eine "offene und freie Presse", so der Sender CNN: "Nur weil das Weiße Haus sich mit einer Frage zu den Nachrichten des Tages nicht wohlfühlt, heißt das nicht, dass die Frage nicht relevant ist oder nicht gestellt werden sollte."

Die Korrespondentenvereinigung WHCA verurteilte den Vorfall als Verstoß gegen die Pressefreiheit. "In unserer Republik unterstützt die WHCA das Recht aller Reporter, ihren Aufgaben ohne Furcht vor Repressalien der Regierung nachzugehen", sagte der Präsident der Vereinigung, Olivier Knox. Auch der sonst eher regierungsfreundliche Fernsehsender Fox News brachte seine "starke Solidarität" zum Ausdruck. Fox-News-Journalist Bret Baier schrieb bei Twitter,  sein Sender stehe "in diesem Punkt fest hinter CNN".

"Mehrfach zum Gehen aufgefordert" 

Sarah Sanders Trump PK Sprecherin (picture-alliance/dpa/M. Brochstein)

Trump-Sprecherin Sarah Sanders

Trumps Sprecherin Sarah Sanders, die nach Angaben von Kaitlan Collins unter anderen das Verbot ausgesprochen hatte, erklärte, die Reporterin habe sich zuvor einer Aufforderung zum Gehen widersetzt. "Am Ende einer Presseveranstaltung im Oval Office rief eine Reporterin Fragen und weigerte sich zu gehen, obwohl sie mehrfach dazu aufgefordert wurde", so Sanders.

Sie sei deshalb darüber informiert worden, "bei der nächsten Veranstaltung nicht willkommen" zu sein. Das Weiße Haus habe aber deutlich gemacht, dass "jeder andere Journalist ihres Senders teilnehmen kann". Das Weiße Haus unterstütze eine freie Presse. Donald Trump selbst äußert immer wieder heftige Kritik an den Medien, darunter häufig an CNN. Verschiedene US-Leitmedien bezeichnete der Präsident sogar als "Feinde des amerikanischen Volkes".

sth/AR (dpa, afp) 

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