Waffenruhe in Syrien hält nicht | Aktuell Nahost | DW | 27.10.2012
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Aktuell Nahost

Waffenruhe in Syrien hält nicht

In Syrien geht das Blutvergießen trotz einer vereinbarten Waffenruhe zum Opferfest weiter. Armee und Rebellen beteuerten, sie würden lediglich auf die Gewalt der anderen reagieren. Ein Ende der Kämpfe ist nicht in Sicht.

Mitglieder der oppositionellen Freien Syrischen Armee (Foto: Reuters)

Angehörige der

"Keine Seite scheint bereit zu sein, mit den Kämpfen aufzuhören", so der Lagebericht des syrischen Aktivisten Rami Abdel Rahman. Es sehe danach aus, als ob die für vier Tage vereinbarte Waffenruhe zum islamischen Opferfest scheitern werde. Eine Einschätzung, die wenig Hoffnung auch auf eine langfristige friedliche Lösung lässt.

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Keine Waffenruhe in Syrien

Die oppositionellen syrischen Menschenrechtsbeobachter berichteten von einer heftigen Explosion in der östlichen Provinz Deir as-Saur. Mindestens fünf Menschen seien dabei getötet worden. Danach habe es dort Gefechte zwischen Regierungstruppen und Rebellen gegeben. Auch in Aleppo und in Vororten der Hauptstadt Damaskus werde wieder gekämpft.

Gegenseitige Beschuldigungen

Ein Sprecher der syrischen Armee sagte, man habe lediglich auf Angriffe von Aufständischen reagiert. Zuvor hätten Terroristen - so bezeichnet die Führung in Damaskus die Rebellen - Militärposten angegriffen und eine Patrouille der Militärpolizei in Aleppo beschossen.

Die Opposition spricht von einem Misserfolg für den UN-Sondergesandten Lakhdar Brahimi. Dessen Friedensinitiative sei bereits "tot gewesen, bevor sie gestartet" sei, sagte der Rebellenkommandeur in der Wirtschaftsmetropole Aleppo, Abdel Dschabbar al-Okaidi. Er betonte, nicht die Aufständischen hätten die Waffenruhe gebrochen, sondern die Armee. Die Aktionen der Rebellen - so seine Version - seien "reine Verteidigungsmaßnahmen" gewesen.

Die von Brahimi vermittelte Waffenruhe sollte eigentlich von Freitag bis Montag die friedliche Feier des Opferfests Eid al-Adha ermöglichen. Doch bereits am ersten Tag wurden nach Angaben von Aktivisten etwa 150 Menschen getötet. Das sind kaum weniger als an den Tagen zuvor. Brahimi hatte gehofft, die Waffenruhe während der höchsten islamischen Feiertage könnte ein Schritt zur Beendigung des Konfliktes sein.

kis/se (dpa, rtr, dapd, afp)

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