Waffenruhe für das Pulverfass Gaza-Grenze? | Aktuell Nahost | DW | 09.08.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Naher Osten

Waffenruhe für das Pulverfass Gaza-Grenze?

Die angespannte Lage beunruhigt zunehmend die internationale Gemeinschaft. Die Bundesregierung spricht von einer "alarmierenden Eskalation". Derweil verkünden die militanten Palästinenser in Gaza eine Waffenruhe.

Israel greift Hamas-Ziele nach Beschuss aus Gaza an (Reuters/M. Salem)

Israelischer Luftschlag trifft Gaza-Stadt

Es sei eine Vereinbarung der gegenseitigen Ruhe unter Vermittlung von Ägypten und dem UN-Nahostgesandten Nikolay Mladenov geschlossen worden, teilten die Widerstandskomitees im Gazastreifen in der Nacht zu Freitag mit. Die Waffen würden ab Donnerstag 22.45 Uhr MESZ schweigen, unter der Bedingung, dass Israel sich daran halte. Zu der Gruppierung gehört auch die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas. Israel bestätigte die Vereinbarung bislang nicht.

Nach dem jüngsten massiven Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen Richtung Israel und den Vergeltungsschlägen der israelischen Luftwaffe äußerte sich das Auswärtige Amt besorgt über die Zuspitzung des Konflikts: "Die alarmierende Eskalation der Gewalt (...), bei der mehrere Menschen getötet und zahlreiche verletzt wurden, gibt uns Anlass zu größter Sorge." Es gelte jede weitere Verschärfung des Konflikts zwischen der radikal-islamischen Hamas und Israel zu vermeiden, "damit es nicht zu einer weiteren Zuspitzung von gefährlicher Tragweite kommt", hob das deutsche Außenamt hervor.

Israel greift Hamas-Ziele nach Beschuss aus Gaza an (Reuters/M. Salem)

Zerstörung in Gaza

Der Gazastreifen und der Süden Israels dürften nicht erneut zum Ort einer größeren militärischen Auseinandersetzung werden. "Wir appellieren an alle, die Einfluss auf die Lage nehmen können, jeder weiteren Verschärfung der Lage entgegenzuwirken", hieß aus dem Bundesministerium weiter.

Auch Frankreich und die Vereinten Nationen verurteilten den Abschuss von Raketen auf Israel und forderten alle Parteien auf, die Waffen ruhen zu lassen, um neue zivile Opfer zu vermeiden. Der UN-Nahostgesandte Nikolay Mladenov rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf und warnte vor einer weiteren Zuspitzung der Situation. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bat um internationale Unterstützung, um die israelischen Angriffe zu stoppen. 

Neue Raketen und Gegenschläge auch bei Tage

Die Spannungen entlang der Grenze zum Gazastreifen hatten sich in den vergangenen Wochen immer weiter hochgeschaukelt. Allein in der Nacht zum Donnerstag wurden aus dem von der Hamas beherrschten Gazastreifen nach israelischen Armeeangaben rund 180 Raketen auf den Süden Israels abgefeuert. Das Militär regierte nach eigenen Angaben mit Attacken auf mehr als 140 Ziele in dem palästinensischen Küstengebiet. Mindestens drei Menschen starben nach örtlichen Behördenangaben dabei im Gazastreifen, darunter eine Schwangere und ihr 18 Monate altes Kind.

Israel greift Hamas-Ziele nach Beschuss aus Gaza an (Reuters/M. Salem)

Der massive israelische Luftwaffeneinsatz hinterlässt in Gaza eine Trümmerwüste

Ungeachtet der Mitteilung der Hamas, dass die Zeit der Eskalation vorbei sei, wurden auch am Tage wieder Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert, die die israelische Luftwaffe mit Gegenschlägen konterte. Erstmals seit Jahren schlug eine Rakete nördlich der israelischen Stadt Beerscheva ein, wie die Polizei bestätigte. Die Stadt liegt rund 40 Kilometer von der Gaza-Grenze entfernt.

qu/rb (dpa, rtr, afp, ape)

Die Redaktion empfiehlt