Waffenabzug aus Idlib offensichtlich abgeschlossen | Aktuell Nahost | DW | 08.10.2018
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Syrien-Krieg

Waffenabzug aus Idlib offensichtlich abgeschlossen

Der Waffenabzug, den die türkische Agentur Anadolu meldet, ist Voraussetzung für die Einrichtung einer Pufferzone in der Provinz. Eine offizielle Bestätigung für einen vollständigen Abschluss gibt es aber nicht.

Syrien Rebellen in Idlib-Provinz (Getty Images/AFP/O.H. Kadour)

Syrische Rebellen in der Provinz Idlib (Archivbild)

Kurz vor Ablauf einer Frist haben Milizen in der syrischen Rebellenprovinz Idlib nach Angaben der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu ihre schweren Waffen aus einer vereinbarten Pufferzone abgezogen.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete hingegen, der Abzug der schweren Waffen aus der Pufferzone sei noch nicht vollständig erfolgt - er gehe weiter. Große Teile des 15 bis 20 Kilometer breiten Streifens seien bereits so gut wie geräumt worden, andere nicht.

Der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatten sich in Sotschi darauf geeinigt, in Idlib bis zum 15. Oktober eine entmilitarisierte Zone einzurichten. Schwere Waffen müssen bereits bis Mittwoch abgezogen werden. Mit der Vereinbarung soll eine Großoffensive der syrischen Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad auf Idlib verhindert werden. 

Mehrere islamistische Gruppen ziehen offenbar auch Waffen ab

Nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter haben auch radikal-islamische Gruppen begonnen, ihre schweren Waffen aus der Pufferzone abzuziehen. In der Region ist vor allem die Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) stark, die Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida hat. Führende HTS-Vertreter hatten sich gegen einen Abzug der schweren Waffen ausgesprochen. Eine offizielle Stellungnahme der Miliz zu dem türkisch-russischen Abkommen gibt es jedoch nicht.


Mit der Erfüllung des Abkommens wäre eine Bombardierung der letzten großen Rebellenbastion in Syrien vorerst abgewendet. Die UN und Menschenrechtsgruppen hatten gewarnt, unter den drei Millionen in der Region lebenden Menschen werde ein Blutbad angerichtet, sollte Assads Armee mit Hilfe der russischen Luftwaffe die Provinz zurückerobern.

hf/uh (rtr, dpa, afp)

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