Vom Mechaniker zum Ara-Trainer
Albi Ramli tauschte seinen Job als Motorradmechaniker gegen die Leidenschaft für Aras. Heute trainiert er Papageien für Freiflug-Wettbewerbe in Indonesien – und kreiert bunte Szenen voller Hingabe und Gemeinschaft.

Vom Schraubenschlüssel zur Vogelpfeife
Albi Albar Ramli, 33, war früher Motorradmechaniker, bis er 2018 den Ölgeruch gegen Vogelgesang tauschte. Inspiriert von Videos in sozialen Medien, in denen Vögel nach freiem Flug treu zu ihren Haltern zurückkehrten, begann er zunächst mit Wellensittichen zu trainieren. Dann entdeckte er seine Leidenschaft für die majestätischen Aras. Heute widmet er sein Leben dem Training von Papageien.
Die Aras: Exoten in Indonesien
Ursprünglich stammen Aras aus Südamerika, in Indonesien sind sie exotische Begleiter. Sie zu halten, verlangt Wissen und Hingabe. Aras können bis zu 50 Jahre alt werden, wiegen bis zu 1,5 Kilo und erreichen Flügelspannweiten von über einem Meter. Ihre Intelligenz macht sie zu lernfreudigen, aber auch anspruchsvollen Tieren.
Morgendlicher Aufbruch mit acht Aras
Samstagmorgen: Zwei bunte Aras auf seinen Armen, sechs weitere in Holzkisten auf dem Gepäckträger. Ramli ist mit seinen Vögeln auf dem Weg ins Trainingsfeld. Das Brachland am Rande der indonesischen Hauptstadt Jakarta wird regelmäßig zum Treffpunkt für Vogelbegeisterte. "Ein Ara ist wie ein Partner – er vertraut, wenn man Vertrauen schenkt", erklärt Ramli.
Training mit Pfiff und Präzision
Im Feld bringt Ramli seinen Vögeln bei, binnen drei Minuten nach einem Pfiff zurückzukehren. Diese Übungen sind Vorbereitung für "Free-Fly"-Wettbewerbe, bei denen Gehorsam und Bindung bewertet werden. "Diese Tiere sind nicht anders als Menschen. Manche verstehen schneller, was wir ihnen beibringen wollen, andere brauchen länger, um es zu begreifen", so Ramli zur Nachrichtenagentur AP.
Die Zukunft zwischen Himmel und Erde
Ein Trainer ruft seinen Ara bei einem Freiflugwettbewerb mit einer Pfeife. Die Treffen der Ara-Halterinnen und -Halter verwandeln brachliegende Flächen in lebendige Arenen. Dort tauschen sich ihre Halterinnen und Halter über Training, Pflege und Wettbewerbe aus. Gemeinschaft und Wettbewerb verschmelzen.
Pflege und tägliche Hingabe
Bei einem "Free-Fly"-Wettbewerb sitzen die farbenprächtigen Aras auf ihren Ständern, während ihre Trainer sorgfältig Gefieder und Ausrüstung pflegen. Training ist nur ein Teil. Ramli füttert täglich, reinigt mehrmals wöchentlich die Käfige und pflegt das Gefieder der Tiere regelmäßig, damit es glänzt. "Durch solche Gesten wächst die Bindung", sagt er. Jeder Handgriff sei ein Ausdruck von Respekt.
Farbenpracht am Himmel
Gestatten: Lexus, ein Shamrock-Ara mit rotem Schopf, und Wel, mit orangefarbenem Kopf, ein Ara, der zwei Rassen in sich vereint. Beide Tiere gehören Ramli. Ihre langen Schwanzfedern und lauten Rufe machen sie zu schillernden Erscheinungen auf dem Feld und im Himmel über dem Trainingsgelände.
Bunte Wettkämpfe voller Emotionen
Bei diesem Wettbewerb im indonesischen Sentul feiert Ramlis Kollege Budi Suharya 2025 gleich zwei Siege in der Gehorsamskategorie. Jubel, Stolz und bunte Federn erfüllen das Feld. Für viele Teilnehmer sind die Ara-Wettbewerbe mehr als ein Hobby – sie sind Leidenschaft und stiften Gemeinschaft.
Ara-Haltung: ein wachsender Trend in Indonesien
Immer mehr Menschen in Indonesien entdecken Aras als Haustiere. Ramli hat ein Ziel: Er träumt von professionellen Shows und davon, mehr Menschen für die Welt der Aras zu begeistern. "Sie lehren uns Geduld und Vertrauen", sagt er. In Indonesien schaffen Vogeltrainer wie Ramli eine bunte Nische – mit Vögeln, die frei und doch mit den Menschen verbunden fliegen können.