Viele Tote bei Anschlag in Nairobi | Aktuell Afrika | DW | 16.01.2019
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Terrorismus

Viele Tote bei Anschlag in Nairobi

Bei dem islamistischen Anschlag auf einen Hotelkomplex in der kenianischen Hauptstadt Nairobi sind nach Angaben von Präsident Uhuru Kenyatta 14 Menschen getötet worden. Vieles an dem Angriff ist noch rätselhaft.

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Kenia: 14 Tote bei Anschlag auf Hotel in Nairobi

Nach dem Terroranschlag auf ein Hotel in der kenianischen Hauptstadt Nairobi gehen die Ermittlungen am Mittwoch weiter. Präsident Kenyatta erklärte den Überfall inzwischen für beendet. "Alle Terroristen sind eliminiert worden", sagte er. Er sprach von mindestens 14 Toten. 700 Zivilisten seien gerettet worden. Das US-Außenministerium bestätigte, unter den Todesopfern sei ein US-Bürger. Die Terrorgruppe Al-Shabaab reklamierte das Attentat für sich. 

Unklar ist, wie es zu dem Anschlag am Dienstag auf den Hotel- und Gewerbekomplex im gehobenem Stadtviertel Westlands kommen konnte. Während am Mittwochmorgen noch Explosionen und Schüssen im Umfeld des Hotels zu hören waren, meldete das Innenministerium fast zeitgleich, für die Öffentlichkeit bestehe keine Gefahr mehr, alle Gebäude und die Gegend rund um das Hotel seien gesichert. Stunden später erklärte die Polizei, es sei eine "Sicherheitsoperation" im Gange und die Öffentlichkeit solle die Gegend meiden.

Sicherheitskräfte helfen Zivilisten bei der Flucht von dem Gelände (picture-alliance/AP Photo/B. Curtis)

Sicherheitskräfte helfen Zivilisten bei der Flucht von dem Gelände

Zum möglichen Ziel des Attentats gibt es erste Erkenntnisse. Mawira Mungania, ein Beamter der Anti-Terror-Polizeieinheit, sagte der Deutschen Presse-Agentur, eine von US-Amerikanern organisierte Konferenz sei Ziel gewesen. Die Veranstaltung sollte ursprünglich in dem von Terroristen angegriffenen Luxushotel stattfinden. Der Ort der Konferenz, an der auch US-Amerikaner teilnehmen sollten, sei in letzter Minute geändert worden, sagte Mungania. 

Al-Shabaab kämpft in dem Krisenstaat Somalia am Horn von Afrika seit Jahren um die Vorherrschaft. Weil die kenianischen Streitkräfte die somalische Regierung im Rahmen einer Mission der Afrikanischen Union (AU) gegen die Terrormiliz unterstützen, verübt Al-Shabaab auch immer wieder Anschläge in Kenia. 

Der Anschlag hatte mehrere Stunden gedauert. Zunächst kam es am Dienstagnachmittag zu einer Explosion vor dem Hotel DusitD2, dann zu einem Selbstmordanschlag im Foyer, wie die Polizei erklärte. Die Angreifer "schossen willkürlich um sich, aber ich hatte Glück und konnte wegrennen und mich verstecken", sagte der Augenzeuge Joseph Katana, der in dem Gebäudekomplex arbeitete. Einige Angreifer verschanzten sich der Polizei zufolge stundenlang in dem Komplex, in dem sich auch etliche Büros, Läden und Restaurants befinden. 

Am späten Abend sagte Innenminister Fred Matiang'i, die Lage sei "unter Kontrolle". Allerdings war noch unklar, was aus den Angreifern geworden war. Bei ihnen handelte es sich laut der Zeitung "The Star" um sechs schwer bewaffnete Männer. 

In Sicherheit gebrachte Gäste und Besucher des Hotelkomplexes (picture-alliance/AP Photo/B. Inganga)

In Sicherheit gebrachte Gäste und Besucher des Hotelkomplexes

In dem Hotelkomplex hat unter anderem der deutsche Softwarehersteller SAP ein Büro. Alle SAP-Mitarbeiter hätten das Gebäude verlassen können und seien in Sicherheit, teilte eine Unternehmenssprecherin mit. 

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) erklärte, er sei "bestürzt über den menschenverachtenden Terroranschlag in Nairobi". UN-Generalsekretär António Guterres drückte seine Solidarität mit den Menschen, der Regierung und dem Präsidenten von Kenia aus und verurteilte den "schrecklichen Terrorakt". Auch Mogadischus Bürgermeister Abdirahman Osman twitterte, er verurteile im Namen der Bürger der Hauptstadt Somalias die Tat. 

Das Hotel befindet sich unweit des Westgate-Einkaufzentrums, wo im Jahr 2013 bei einem Terroranschlag mindestens 67 Menschen starben. Der Angriff damals dauerte stundenlang an und die Behörden und Sicherheitskräfte wurden für ihren Umgang mit dem Vorfall scharf kritisiert.

stu/se (dpa, afp) 

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