Vertrauter der 9/11-Attentäter angeblich von Kurden festgenommen | Aktuell Nahost | DW | 19.04.2018
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Syrien

Vertrauter der 9/11-Attentäter angeblich von Kurden festgenommen

In Syrien haben kurdische Milizen offenbar einen mutmaßlichen Kontaktmann der Attentäter vom 11. September 2001 in New York und Washington festgenommen. Das berichtet ein Kommandant der Kurden in Syrien der Agentur AFP.

USA New York Anschlag auf das World Trade Center (picture-alliance/AP Photo/C. Soi Cheong)

Die Zwillingstürme des Word Trade Centers in New York an 9/11 kurz vor dem Einsturz

"Mohammed Haydar Zammar ist von den kurdischen Sicherheitskräften im Norden von Syrien festgenommen worden und wird zur Zeit verhört", erklärte ein ranghoher Kurdenvertreter, ohne zunächst weitere Details bekanntzugeben. Der Deutsch-Syrer, der ein enger Vertrauter der Hamburger Gruppe um die Flugzeugattentäter des 11. September 2001 war, hatte sich Ende 2001 - kurz nach den Flugzeuganschlägen in den USA - nach Marokko abgesetzt. Dort wurde der Hamburger Dschihadist vom US-Geheimdienst CIA verschleppt und an die syrischen Behörden übergeben, die ihn ins Gefängnis sperrten. Die USA hatten nach den Anschlägen vom 11. September ein Geheimprogramm zur Verschleppung und zum Verhör von Terrorverdächtigen im Ausland gestartet.

Ein syrisches Gericht verurteilte Mohammed Haydar Zammar 2007 zu zwölf Jahren Haft wegen Mitgliedschaft bei den Muslimbrüdern. Doch vier Jahre später begann der Syrien-Konflikt, und viele islamistische Gefangene wurden freigelassen oder brachen aus dem Gefängnis aus und schlossen sich dschihadistischen Gruppen an. Ob Zammar aktiv als Mitglied einer extremistischen Gruppe in Syrien gekämpft hat, sagte der Kurdenkommandeur der Agentur AFP nicht.

Zammar für deutsche Behörden kein Unbekannter

Nach den Anschlägen vom September 2001 wurde Zammar von der deutschen Polizei wegen seiner Verbindungen zu Osama Bin Laden und dem Terrornetzwerk Al-Kaida  überwacht. Das Schicksal des Deutsch-Syrers war auch Thema eines Untersuchungsausschusses des Bundestags, weil der Verdacht bestand, dass die deutschen Stellen zu wenig taten, um einen Staatsbürger vor Willkür und Folter zu schützen.

Der damalige Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte 2008 vor dem Ausschuss vehement den Verdacht zurückgewiesen, die Bundesregierung habe die Verschleppung Zammars durch den US-Geheimdienst CIA in Kauf genommen. Nach 9/11 hatte auch die Bundesanwaltschaft ein Verfahren gegen Zammar wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung eingeleitet.

Das Auswärtige Amt in Berlin und das Pentagon in Washington machten zunächst keine Angaben zu einer möglichen Festsetzung Zammars durch kurdische Kämpfer in Syrien. Dies werde geprüft, hieß es.

Am 11. September 2001 steuerten Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida zwei entführte Passagiermaschinen als fliegende Bomben in den Nord- und Südturm des World Trade Center. Außerdem flogen die Attentäter eine Maschine in das Pentagon in Washington, ein weiteres gekapertes Flugzeug stürzte im Bundesstaat Pennsylvania auf ein Feld. Bei den Gewalttaten starben fast 3000 Menschen.

qu/cw (afp)