Verschwundene Prinzessin aufgetaucht | Aktuell Europa | DW | 30.07.2019
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Großbritannien

Verschwundene Prinzessin aufgetaucht

Die mutmaßlich aus Dubai geflohene Prinzessin Haya von Jordanien ist in London gesichtet worden. Zuvor war sie wochenlang untergetaucht - offensichtlich auf der Flucht vor ihrem Ehemann, dem Emir von Dubai.

Neue Bilder zeigen Prinzessin Haya von Jordanien vor dem Gebäude eines Londoner Familiengerichts. Dort habe die 45-Jährige Schutz vor einer Zwangsehe beantragt, berichtet die britische Nachrichtenagentur PA. Ob sich das Schutzersuchen auf sie selbst oder eines ihrer Kinder bezieht, blieb offen. Nach britischem Recht können entsprechende Anträge sowohl durch die Betroffenen selbst als auch durch Dritte gestellt werden. Der Zwang kann demnach körperlicher, emotionaler oder psychologischer Natur sein.

Haya bint al-Hussein ist seit 2004 mit dem 70-jährigen Emir von Dubai verheiratet. Die Prinzessin ist eine von insgesamt sechs Ehefrauen von Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum. Sie ist eine Tochter des früheren jordanischen Königs Hussein und Halbschwester des heutigen Herrschers Abdullah II.

Eine Frau kämpft um ihre Kinder

Laut PA beantragte die Prinzessin zudem für sich selbst Schutz vor Übergriffen und das Sorgerecht für die beiden Kinder, ein elfjähriges Mädchen und einen siebenjährigen Jungen. Mohammed bin Rashid Al Maktoum, der auch Regierungschef der Vereinigten Arabischen Emirate ist, verlangte hingegen die Rückkehr der Kinder nach Dubai.

Demonstration vor Londoner Gericht (picture-alliance/dpa/AP/K. Wigglesworth)

"Sponsor der Prostitution und der Sklaverei": Demonstration gegen den Emir vor dem Londoner Familiengericht

In Ungnade gefallen sein soll Haya durch ihren Versuch, in einem Familienstreit zu vermitteln. Dabei soll es um eine erwachsene Tochter des Emirs aus einer anderen Ehe, Latifa, gegangen sein. Latifa hatte im vergangenen Jahr selbst einen spektakulären Fluchtversuch unternommen - per Jet-Ski und Yacht, wie es hieß. Sie sei schließlich von einem Sonderkommando vor der indischen Küste gestoppt und gewaltsam zurückgebracht worden.

Bereits im Jahr 2000 floh Scheich Mohammeds Tochter Shamsa vom Grundstück ihres Vaters in der Grafschaft Surrey im Südosten Englands. Einige Wochen später wurde sie in Cambridge entführt und nach Dubai geflogen, wo sie acht Jahre im Gefängnis verbrachte.

wa/se (afp, dpa)