Verheerender Luftangriff in Idlib | Aktuell Nahost | DW | 16.08.2019
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Syrien-Krieg

Verheerender Luftangriff in Idlib

17 Menschen sind tot, darunter sechs Kinder. Die Jets sollen aus Russland stammen, die Informationen stammen von Aktivisten und sind kaum nachprüfbar. Doch in Paris wächst der Zorn.

Frankreich hat ein sofortiges Ende der Kämpfe im syrischen Idlib gefordert. Das Außenministerium in Paris verurteilte insbesondere die Luftangriffe auf Flüchtlingslager in der Stadt. Bei einem erneuten derartigen Angriff sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten nahe dem Ort Hass seien auch sechs Kinder, meldet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Darüber hinaus seien rund 30 Menschen verletzt, überwiegend Frauen und Kinder.

Die Aktivisten machen die russische Luftwaffe für die Bombardierung verantwortlich. Moskau ist im syrischen Bürgerkrieg ein wichtiger Verbündeter der Regierung von Machthaber Baschar al-Assad. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle hatte Russland bereits im Juli für einen Luftangriff in der Stadt Maaret al-Numan in der Provinz Idlib verantwortlich gemacht, bei dem mindestens 41 Zivilisten getötet worden sein sollen. Moskau wies diese Vorwürfe seinerzeit zurück.

Den Blutzoll zahlt die Bevölkerung

Luftangriffe in Syrien (picture-alliance/dpa/A. Alkharboutli)

Rauch und Abwehrfeuer in Syriens letztem großen Rebellengebiet Idlib

Russland sowie die Türkei als Partner der Rebellen hatten sich auf eine Deeskalationszone und eine Pufferzone für die Region um Idlib im Nordwesten Syriens geeinigt. So sollte eine Offensive der Regierung verhindert werden. Assads Truppen und ihre russischen Verbündeten gehen seit Ende April aber wieder verstärkt gegen die Rebellen und Dschihadisten vor und konnten zuletzt ein strategisch wichtiges Gebiet einnehmen. Mehr als 820 Zivilisten verloren bei den Kämpfen ihr Leben.

Die Region wird bisher von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) dominiert. In dem Gebiet um Idlib leben rund drei Millionen Menschen, etwa die Hälfte davon Vertriebene. Hilfsorganisationen beklagen eine dramatische humanitäre Lage. Viele Flüchtlinge leben in provisorischen Unterkünften am Rand von Ortschaften oder in halb fertigen Gebäuden.

rb/qu (afp, dpa, rtr)

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