Venezuela lockert den Wechselkurs | Aktuell Amerika | DW | 03.08.2018
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Investoren sollen gelockt werden

Venezuela lockert den Wechselkurs

Das ölreichste Land der Welt kämpft aktuell mit einer schweren Wirtschaftskrise. Jetzt lockert die venezolanische Regierung die bislang strenge Kontrolle der Wechselkurse. Die Opposition ist skeptisch.

Venezuela Bolivar Banknote Geldschein Währung (picture-alliance/dpa/F. Batista)

Präsident Nicolas Maduro zeigt eine Bolivar-Geldnote, die aktuell rapide an Wert verliert

In von den Behörden zugelassenen Wechselstuben sollen künftig Devisen frei gehandelt werden können, hieß es in einer von der Verfassungsgebenden Versammlung gebilligten Gesetzesinitiative. Damit solle den Spekulanten das Handwerk gelegt und Venezuela attraktiver für Investoren gemacht werden.

Die Opposition wies die Reform als unzureichend zurück. "Die Währungskontrolle dauert an. Der Unterschied ist nur: Jetzt soll es anscheinend einen offiziellen Markt mit einem Vorzugskurs für die Regierung und einem teuren Kurs für die Bürger geben", schrieb der Wirtschaftsprofessor und oppositionelle Abgeordnete José Guerra auf Twitter.

In Venezuela gibt es seit Jahren eine ganze Reihe von parallelen Wechselkursen. Die venezolanische Zentralbank gibt den offiziellen Wechselkurs derzeit mit 172.368 Bolívar je Dollar an. Auf dem Schwarzmarkt hingegen kostet ein US-Dollar laut dem Portal Dolar Today etwa 3,6 Millionen Bolívar. Das Land mit den weltweit größten bekannten Rohölreserven der Welt steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise. Wegen Korruption und Misswirtschaft verfügt Venezuela kaum noch über Devisen, um Lebensmittel, Medikamente oder Dinge des täglichen Bedarfs zu importieren. Zuletzt prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) für das laufende Jahr eine Inflationsrate von einer Million Prozent. Außerdem könnte die Wirtschaftsleistung um 18 Prozent einbrechen.

nob/ww (rtr, dpa)