USA ziehen Einreiseverbot aus Brasilien vor | Aktuell Amerika | DW | 26.05.2020
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COVID-19

USA ziehen Einreiseverbot aus Brasilien vor

Erst am Wochenende hatte die US-Regierung ein Einreiseverbot für Reisende aus Brasilien ohne US-Staatsangehörigkeit erlassen. Der Stopp sollte ab Freitag gelten und wird nun vorgezogen.

Die US-Regierung zieht die wegen der Corona-Pandemie getroffenen Einreisebeschränkungen für aus Brasilien kommende Menschen um zwei Tage vor. Die neue Regelung gelte nun ab Mittwoch, teilte das Weiße Haus mit. Ursprünglich war diese Vorschrift für Freitag geplant. Eine Begründung für die Änderung gab die Regierung nicht ab.

Laut Mitteilung dürfen Brasilianer und Ausländer, die sich in den zwei Wochen vor einer geplanten Einreise in dem lateinamerikanischen Land aufgehalten haben, nicht mehr in die USA kommen. Ausgenommen davon sind unter anderem US-Bürger, deren Familienangehörige, Menschen mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung und Diplomaten. Diese Regelung ist zeitlich nicht begrenzt.

Brasilien trifft Corona hart

In dem Land ist unter anderem die Wirtschaftsmetropole São Paulo - aus der es Direktflüge in die USA gibt - schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Brasilien ist mit rund 210 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas und verzeichnet mit mittlerweile mehr als 360.000 Infizierten weltweit den zweitgrößten Ausbruch des neuartigen Coronavirus, hinter den USA mit 1,66 Millionen Erkrankten.

Covid-19 SP - Intensivstation in Sapopemba, São Paulo, Brasilien (Foto: DW/Gustavo Basso)

Brasiliens Gesundheitssystem ächzt unter der Corona-Katastrophe: Eine Intesivstation in Sao Paulo

Das südamerikanische Land ist hinter den USA am stärksten von der Pandemie betroffen und verzeichnet nach Angaben des Gesundheitsministeriums erstmalig binnen 24 Stunden mehr Covid-19-Todesfälle als die USA. An den Folgen der Lungenkrankheit sind demnach am Montag 807 Menschen gestorben, in den Vereinigten Staaten 620. Die Gesamtzahl der Todesfälle in den USA stieg gemäß einer Zählung der John Hopkins Universität auf mehr als 98.000 im Vergleich zu Brasilien mit etwa 23.000.

Regierung setzt auf kritische Mittel

Um COVID-19 behandeln zu können, will die Regierung Brasiliens trotz Warnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weiterhin Patienten mit dem Malariamittel Hydroxychloroquin behandeln lassen. Die WHO hatte klinische Tests mit Hydroxychloroquin zur Behandlung der Coronavirus-Infektion wegen Sicherheitsbedenken ausgesetzt, während die Sicherheit des Medikaments überprüft werde, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag. Die Entscheidung sei aufgrund einer Studie gefallen, wonach eine Behandlung mit Hydroxychloroquin möglicherweise die Sterblichkeitsrate erhöht und schwere Nebenwirkungen verursacht, vor allem Herzrhythmusstörungen.

sam/cg (afp, dpa, rtr)

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