USA verhängen weitere Strafzölle gegen China | Wirtschaft | DW | 08.08.2018
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Zwei Weltmächte im Handelsstreit

USA verhängen weitere Strafzölle gegen China

Der Handelsstreit zwischen den USA und China eskaliert weiter: Washington erhöht die Abgaben auf Hunderte weitere chinesische Import-Güter. Ein Ende der Aktion-Reaktion-Spirale ist nicht in Sicht.

Metalle, Schmierstoffe, Chemikalien und Elektronik - die Liste der von den Strafzöllen betroffenen Produkte ist lang. Insgesamt 279 Posten umfasst sie, und ab dem 23. August erhöhen sich die Abgaben auf diese Waren im Wert von rund 16 Milliarden US-Dollar um 25 Prozent. Das teilte der Handelsbeauftragte von US-Präsident Donald Trump, Robert Lighthizer in Washington mit.

Es ist die nächste Tranche von Strafzöllen, die die USA gegen China verhängen. Vor einem Monat waren bereits US-Zölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Importe im Wert von rund 34 Milliarden US-Dollar in Kraft getreten.

Wie du mir …

Als Vergeltung erhebt China inzwischen Sonderabgaben auf Autos aus den USA, aber auch auf landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Sojabohnen, Schweinefleisch, Rindfleisch und Molkereiprodukte. China zielt damit auf die Wählerschaft Trumps im ländlichen Raum ab.

Ein Ende der Eskalation ist nicht absehbar. Mit den bereits in Kraft getretenen Strafzöllen vom Juli und den für August angekündigten würde dann etwa die Hälfte aller Importe aus China mit Abgaben überzogen.

Wegen des hohen Handelsdefizits der USA hat Trump auch damit gedroht, vielleicht sogar alle Importe aus China im Gesamtwert von 500 Milliarden US-Dollar mit Abgaben belegen zu wollen. Referenzjahr für diese Summe ist 2017. Die Liste für die Strafzölle im Wert von 200 Milliarden Dollar soll in den nächsten Wochen fertiggestellt werden. Auf der vorläufigen Version finden sich Konsumgüter wie Möbel und Lebensmittel. Am 5. September läuft eine Frist für Anhörungen dazu ab.

… so ich dir

Am vergangenen Freitag hatte die Zollkommission des Staatsrates in Peking mitgeteilt, Sonderabgaben auf Importe aus den USA im Wert von 60 Milliarden US-Dollar erheben zu wollen, falls die USA wie geplant chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden US-Dollar mit Strafzöllen belegen sollten. Die chinesischen Zwangsabgaben lägen zwischen fünf und 25 Prozent und damit deutlich unter den von Trump angedrohten Strafmaßnahmen.

China kann mit eigenen Strafzöllen auf Importe aus den USA ohnehin nur begrenzt Vergeltung ausüben, weil die USA lediglich Waren für 130 Milliarden US-Dollar nach China ausführen. So fürchen US-Unternehmen, dass Peking außer Zöllen auch zu anderen Gegenmaßnahmen greifen könnte, die sich auf den Handel zwischen beiden Ländern auswirken.

mak/jj (dpa, afp, rtr)