USA streichen Sudan von Terror-Liste | Aktuell Afrika | DW | 14.12.2020
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Beziehungen

USA streichen Sudan von Terror-Liste

Gemeinsam mit Iran, Nordkorea und Syrien stand der Sudan lange Zeit auf der Liste der Staaten, denen Washington die Unterstützung von Terrorismus vorwirft. Nun nicht mehr.

Sudan Khartum Mike Pompeo und Abdullah Hamduk

US-Außenminister Mike Pompeo (l.) und Sudans Premier Abdullah Hamduk bei einem Treffen im August

Die Vereinigten Staaten haben den Sudan von ihrer Liste der Terrorunterstützer gestrichen. Die Einstufung des Landes im Nordosten Afrikas als "staatlicher Sponsor von Terrorismus" sei an diesem Montag aufgehoben worden, bestätigte das Außenministerium in Washington.

Dessen amtierender Chef Mike Pompeo würdigte ausdrücklich "die Bemühungen der zivil geführten Übergangsregierung, einen mutigen neuen Kurs weg vom Erbe des Baschir-Regimes einzuschlagen". Der Schritt stelle einen "grundlegenden Wandel in unseren bilateralen Beziehungen hin zu mehr Zusammenarbeit und Unterstützung für den historischen demokratischen Übergang im Sudan" dar. US-Finanzminister Steven Mnuchin sicherte dem Land Unterstützung bei der Lösung seiner wirtschaftlichen Probleme zu, insbesondere bei den Bemühungen um einen Schuldenschnitt im Jahr 2021.

Millionen Dollar für Terroropfer

US-Präsident Donald Trump hatte bereits im Oktober angekündigt, das Land im Gegenzug für eine Entschädigungszahlung von der Liste zu streichen, auf der es seit 27 Jahren stand. Opfer und Angehörige zurückliegender Terrorangriffe sollen vom Sudan 335 Millionen Dollar erhalten, wie damals nach monatelangen Verhandlungen mitgeteilt wurde.

Während der fast 30-jährigen Herrschaft des autokratischen Präsidenten Omar al-Baschir waren die Beziehungen zu den USA höchst angespannt. Die Führung in Khartum hatte einst unter anderem Al-Kaida-Gründer Osama bin Laden Unterschlupf gewährt.

Der Sudan ist "befreit"

Nach Massenprotesten wurde Al-Baschir im April 2019 von der Armee gestürzt. Einige Monate später nahm eine Übergangsregierung ihre Arbeit auf. Vor kurzem stimmte sie - unter Vermittlung Washingtons - auch der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel zu.

"Wir sind von der globalen Blockade befreit worden, in die wir durch das Verhalten des gestürzten Regimes gezwungen wurden", betonte der sudanesische Premierminister Abdullah Hamduk. "Diese Errungenschaft (...) trägt zu wirtschaftlichen Reformen bei, zieht Investitionen und Geldtransfers über offizielle Kanäle an, schafft neue Arbeitsmöglichkeiten für junge Menschen und viele andere positive Dinge."

wa/sti (afp, rtr, dpa)

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