USA schließen enge Militärpartnerschaft mit Indonesien
14. April 2026
Vor dem Hintergrund wachsender strategischer Konkurrenz im Indopazifik bauen die USA und Indonesien ihre Militärzusammenarbeit deutlich aus. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und sein indonesischer Kollege Sjafrie Sjamsoeddin kündigten nach einem Treffen in Washington eine "Major Defense Cooperation Partnership" (MDCP), also eine "wichtige Partnerschaft auf den Gebiet der Verteidigungszusammenarbeit", an.
Das Abkommen hat demnach drei Säulen: militärische Modernisierung und Kapazitätsaufbau; militärische Aus- und Weiterbildung sowie gemeinsame Übungen und operative Zusammenarbeit. Eine Kooperation etwa bei maritimer Sicherheit und autonomen Waffensystemen soll geprüft werden. Beide Länder betonen dabei die Achtung der Souveränität als zentrales Prinzip.
170 gemeinsame Militärübungen pro Jahr
Die Initiative gilt als Teil der US-Bemühungen, Partnerschaften in Südostasien angesichts wachsender strategischer Konkurrenz - speziell aus China - zu stärken. Schon jetzt ist die Verbindung zwischen den amerikanischen und den indonesischen Streitkräften eng: Beide Länder führen nach Hegseths Worten jährlich über 170 gemeinsame Militärübungen durch.
Indonesien verfolgt traditionell eine blockfreie Außenpolitik und setzt auf Kooperation mit mehreren Partnern. Ende vergangenen Jahres hatte der weltgrößte Inselstaat etwa ein umfassendes Sicherheitsbündnis mit Australien vereinbart. Ebenfalls 2025 schloss sich der muslimisch geprägte Staat der von Russland und China dominierten BRICS-Gruppe an. Mit der Volksrepublik wiederum verbindet das Land eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Wegen dieses diplomatischen Spagats ist das jüngste Abkommen mit den USA nicht ohne Brisanz. Auch innerhalb der indonesischen Regierung gibt es laut Medienberichten warnende Stimmen. So meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eigene Informationen, das Außenministerium habe in einem Brief an das Verteidigungsressort betont, sollte Indonesien den USA weitreichende Überflugrechte für Militärflugzeuge einräumen, könne das Land in mögliche Konflikte im Südchinesischen Meer hineingezogen werden.
"Keine rechtliche Wirkung"
Das Verteidigungsministerium bemühte sich wiederum, Berichte über eine derartige Genehmigung zu relativieren. Ein entsprechendes Dokument befinde sich in einem frühen, unverbindlichen Stadium; es habe "keine rechtliche Wirkung" und "keinen Status als Regierungspolitik", hieß es.
Die Klarstellung erfolgte, nachdem ein Dokument des US-Verteidigungsministeriums über eine entsprechende Vereinbarung durchgesickert war. Einige Medien deuten an, das Thema sei auch zwischen US-Präsident Donald Trump und dem indonesischen Präsidenten Prabowo Subianto erörtert worden.
jj/as (dpa, afp, rtr)
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