USA-Mexiko: Kurzes Wiedersehen an der Grenze | Aktuell Amerika | DW | 14.10.2018
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USA - Mexiko

USA-Mexiko: Kurzes Wiedersehen an der Grenze

An der Grenze zwischen den USA und Mexiko hat es tränenreiche Familientreffen gegeben: Rund 1500 Menschen durften ihre Angehörigen kurz an einem Mauerabschnitt umarmen. Einige hatten sich jahrelang nicht gesehen.

Vier Minuten - so lange haben sich die Mitglieder von rund 250 Familien zwischen Mexiko und den USA wiedergesehen. Für das Treffen wurde die Grenze nahe der mexikanischen Stadt Ciudad Juarez und Sunland Park im US-Bundesstaat New Mexico geöffnet. Ermöglicht hat das die MenschenrechtsorganisationBorder Network For Human Rights.

Es ist das sechste Familientreffen unter dem Motto "Abrazos No Muros" (Umarmungen, keine Mauern) an der rund 3000 Kilometer langen Grenze zwischen den beiden Ländern. Die Öffnung einer Tür in der fünf Meter hohen Mauer war allerdings eine Premiere. Zuvor hatte es die Zusammenführungen unter anderem in einem ausgetrockneten Flussbett gegeben. Für viele der rund 1500 Menschen war es die Möglichkeit, ihre Angehörigen erstmals seit Jahren wieder zu sehen. Beaufsichtigt wurde das kurze Treffen von Beamten der US-Grenzpolizei und der mexikanischen Bundespolizei.

BdT | Hugs Not Walls-Event an der US-Mexiko-Grenze (Getty Images/M. Tama)

Umarmungen statt Mauern - das war das Motto des Treffens

Die 46-jährige Josefa Magalde aus Ciudad Juarez sagte, sie sei sehr glücklich, nach fünf Jahren endlich wieder ihre Cousinen umarmen zu können. Diese sind aus Mexiko illegal in die USA eingewandert und können deshalb weder aus- noch wieder einreisen. Nubia Marquez erklärte, ein so kurzes Treffen sei verrückt und eine Qual. "Aber am Ende ist es das nach 14 Jahren Trennung wert".

Trump setzt auf Familientrennungen

Die für Minuten vereinten Familien wurden durch Abschiebungen und Auswanderungen getrennt. Das Verhältnis zwischen den USA und Mexiko ist nicht zuletzt wegen der Migration angespannt. US-Präsident Donald Trump will an der Grenze eine Mauer errichten, um illegale Einwanderung und Drogenschmuggel zu verhindern. Er setzt dabei vor allem auf Abschreckung. So hatte Trump veranlasst, dass Kinder illegal eingereister Menschen von ihren Eltern getrennt werden. Rund 2600 Kinder waren betroffen. Diese Praxis stoppte er erst nach massiver Kritik. Auch heute sind noch viele Einwandererfamilien nicht wieder vereint.

USA Aufnahmelager für illegale Einwanderer (picture-alliance/AP Photo/U.S. Customs and Border Protection)

Kinder von illegalen Einwanderern wurden von ihren Eltern getrennt - das hat viel Kritik ausgelöst

Der US-Präsident betonte zuletzt jedoch, dass eine Trennung richtig sei. "Wenn sie das Gefühl haben, dass sie getrennt werden, dann kommen sie nicht". Die Regierung werde alles tun, um die illegale Einwanderung zu verlangsamen. Ob die umstrittene Trennung von Kindern und Eltern wieder eingeführt wird, sagte Trump nicht. Es würden verschiedene Optionen geprüft.

Ba/fab (rtr,dpa)

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