USA hoffen auf Friedensabkommen mit Taliban bis September | Aktuell Asien | DW | 25.06.2019
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Konflikt am Hindukusch

USA hoffen auf Friedensabkommen mit Taliban bis September

US-Außenmister Pompeo hat unangekündigt die afghanische Hauptstadt besucht. Dort kam er mit Präsident Ghani zusammen. Ein Gesprächsthema dürfte die nächste Gesprächsrunde der USA mit den Taliban in Katar gewesen sein.

Mike Pompeo besucht Afghanistan (Reuters/J. Martin)

Außenminister Pompeo (links) und Präsident Ghani in Kabul

US-Außenminister Mike Pompeo hat bei seinem Besuch in Kabul ein ehrgeiziges Vorhaben zur Beilegung des Konflikts mit den radikalislamischen Taliban vorgestellt. "Ich hoffe, dass wir vor dem 1. September ein Friedensabkommen haben werden. Das ist auf jeden Fall das Ziel, das wir uns gesetzt haben", sagte Pompeo in der afghanischen Hauptstadt.

Der Minister teilte auf Twitter mit, er habe unter anderem mit dem afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani "produktive Diskussionen" geführt. Thema seien der Friedensprozess mit den Taliban gewesen und die Notwendigkeit, glaubwürdige Wahlen abzuhalten. Die Präsidentenwahl in Afghanistan soll am 28. September stattfinden.

Mike Pompeo besucht Afghanistan (picture-alliance/AA/Afghan Presidency Press Office)

Präsident Ghani empfängt Außenminister Pompeo im Präsidentenpalast

Der Minister gab bekannt, dass ein US-Entwurf nahezu fertiggestellt sei, in dem die Taliban zusicherten, Terroristen keinen Rückzugsort in Afghanistan zu bieten. Angesichts dieses Fortschritts hätten die USA Gespräche mit den Taliban über den Abzug der ausländischen Truppen begonnen. Pompeo betonte, dass es dafür aber noch keinen Zeitplan gebe.

Nächste Gesprächsrunde in Doha

Die nächsten Verhandlungen sollen am Samstag in Doha stattfinden. In der Hauptstadt von Katar führen die Taliban seit Sommer 2018 direkte Gespräche mit den USA über ein Ende des seit fast 18 Jahren anhaltenden Konflikts in Afghanistan. Vor der Festlegung auf einen Abzug ihrer Soldaten verlangen die USA von den Taliban mehrere Zusagen, darunter Sicherheitsgarantien, einen Waffenstillstand und den Beginn eines Dialogs mit der afghanischen Regierung.

Der US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, teilte kürzlich über Twitter mit, aufgrund seiner jüngsten Besuche in Afghanistan und Katar sei er der Meinung, dass alle Seiten rasche Fortschritte wünschten. Die Taliban betreiben in Katar ein halboffizielles politisches Büro.

Video ansehen 05:33

Afghanistan: Der endlose Krieg und seine Opfer (01.04.2019)

Marionette des Westens?

Die USA-Taliban-Gespräche sollen nach offizieller Lesart in innerafghanische Friedensgespräche münden. Allerdings weigern sich die Aufständischen weiterhin, mit der Regierung in Kabul zu sprechen, die sie als Marionette des Westens betrachten und für unrechtmäßig halten. Anfang Juni hatten sie zudem erklärt, sie planten trotz der Friedensgespräche mit den USA in naher Zukunft keinen Waffenstillstand.

Die Taliban waren Ende 2001 durch eine Militärallianz unter Führung der USA von der Macht in Kabul vertrieben worden. Inzwischen beherrschen ihre Milizionäre wieder große Landesteile und setzen der afghanischen Polizei und den Streitkräften zu. Fast täglich greifen sie Kontrollposten und Basen der Polizei und Armee an.

US-Soldaten getötet

Überschattet wurde der Pompeo-Besuch in Afghanistan durch den Tod zweier US-Soldaten. Wie die Nato-Mission "Resolute Support" mitteilte, seien sie am Mittwoch umgekommen. Weitere Details wurden aus Rücksicht auf die Familienangehörigen zunächst nicht mitgeteilt.

Damit erhöht sich die Zahl der in Afghanistan getöteten US-Soldaten in diesem Jahr auf neun. Seit Beginn der Einsätze im Jahr 2001 verloren 2400 Angehörige der US-Streitkräfte in Afghanistan ihr Leben.

kle/qu (dpa, afp)

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