Bericht: Schwierigkeiten bei Ausbildung der afghanischen Armee | Aktuell Welt | DW | 21.06.2019
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Afghanistan

Bericht: Schwierigkeiten bei Ausbildung der afghanischen Armee

Zu wenig Ausbilder, keine Koordination, verschwendete Milliarden: Der Bericht einer unabhängigen US-Behörde über den Zustand der Ausbildung der afghanischen Armee zeichnet ein ernüchterndes Bild.

Die Bemühungen der USA, die afghanische Armee auszubilden, wurden in den vergangenen 18 Jahren durch eine fehlende Koordination zwischen den internationalen Akteuren in der Region gehindert. Das geht aus einem Bericht des US-Generalinspekteurs für den Wiederaufbau in Afghanistan (Sigar) hervor. Es gebe nicht eine einzige Person, Behörde oder Land, der den Ausbildungsprozess leiten würde.

Obwohl die USA mehr als 83 Milliarden US-Dollar für Ausgaben im Sicherheitsbereich in Afghanistan zur Verfügung gestellt habe, gebe es noch immer nicht genug oder nur schlecht ausgebildetes Personal. Das habe dazu geführt, dass die USA in Afghanistan eine Ordnung geschaffen hätte, die von den afghanischen Sicherheitskräften nicht ohne US-Unterstützung aufrechterhalten werden könne.

Fehler auf beiden Seiten

Laut des Berichts liegen die Schwierigkeiten sowohl auf amerikanischer als auch auf afghanischer Seite. Demnach mangelt es an gut ausgebildeten US-Militärberatern. Zudem würden verschiedene Ausbildungseinheiten unzureichend koordiniert. Das führe dazu, dass afghanische Soldaten widersprüchliche Anleitungen erhielten. Seit 2003 hat das US-Militär bereits vier Mal die Programme überarbeitet, wie afghanische Sicherheitskräfte ausgebildet werden sollen.

Im afghanischen Verteidigungs- und Innenministerium sollen Mitarbeiter befähigt werden, langfristige Sicherheitsstrategien zu entwickeln. Allerdings sei es in der Vergangenheit wegen ihrer niedrigen Alphabetisierungsquote und eines "begrenzten" Bildungsniveaus fast unmöglich gewesen, das afghanische Personal dafür zu finden, heißt es in dem Bericht. Die US-Berater hätten deshalb häufig wichtige Aufgaben selbst erfüllt, statt Afghanen auszubilden. Zudem seien die US-Berater für die wichtige Ministeriumsebene selbst schlecht ausgebildet.

Seit 2013 wurden mehr als 3000 afghanische Sicherheitskräfte zur Ausbildung in die USA geflogen. Von ihnen seien heute nur 13 in höheren Positionen in Ministerien oder als Offiziere tätig, heißt es. Die USA hätten den Afghanen zudem häufig militärisches Gerät ohne angemessene Schulung übergeben. Oder sie gaben ihnen Geräte, die diese gar nicht haben wollten, weil sie sie nicht brauchten. In Afghanistan sind derzeit etwa 8.500 US-Soldaten an der Mission "Resolute Support" beteiligt, die die afghanischen Streitkräfte ausbildet.

lh/hf (dpa, ap)

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