USA feiern 250 Jahre Unabhängigkeit
4. Juli 2026
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat US-Präsident Donald Trump zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten gratuliert - mit kritischen Untertönen. "Die Ideale des 4. Juli - Freiheit, Recht und Selbstbestimmung - haben Weltgeschichte geschrieben", schrieb Steinmeier nach Angaben des Bundespräsidialamts an Trump. Sie hätten auch das Verhältnis Deutschlands und der USA in besonderer Weise geprägt.
Der 250. Geburtstag der USA gebe aber auch Anlass zu fragen: "Stimmt die Richtung? Und die Antwort gibt nie ein einzelner, sondern das Volk von Freien und Gleichen." Der Bundespräsident betonte: "So wollten es die Revolutionäre von 1776. Defizite zu benennen, Fehler zu korrigieren - das war für sie keine Schwäche." Es sei stattdessen Kern der Unabhängigkeitserklärung und zeichne die Demokratie vor allen anderen Staatsformen aus.
Bundeskanzler Friedrich Merz gratulierte per Telefon. Der Kanzler habe in dem Gespräch mit Trump seine herzlichen Glückwünsche zum anstehenden Jahrestag übermittelt und die besondere Verbundenheit zwischen Deutschen und Amerikanern unterstrichen, teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit.
Papst Leo erinnert an "hohe Ideale"
Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu telefonierte nach Angaben seines Büros mit dem US-Präsidenten. Dabei habe er die USA als Garant globaler Freiheit bezeichnet und die enge Bindung zwischen beiden Ländern hervorgehoben.
Papst Leo XIV. rief die Vereinigten Staaten zur Rückbesinnung auf ihre Gründungsprinzipien auf. Er bete darum, dass "die hohen Ideale, die zu Beginn der Unabhängigkeitserklärung verankert wurden, auch weiterhin das Gedeihen der Nation in Einheit, Gerechtigkeit und Frieden leiten mögen", sagte er im Vatikan. Amerika solle dem Traum, der ihm den Titel "Land der Freien und Heimat der Tapferen" eingebracht habe, stets treu bleiben.
Hitzewelle verhindert Feierlichkeiten
Aus Anlass des 250. Geburtstages sind an diesem Samstag überall in den USA Paraden, Volksfeste und Feuerwerke geplant. Die zentrale Kundgebung findet in der Hauptstadt Washington statt. US-Präsident Trump will dabei am späten Abend (Ortszeit) eine Rede halten.
Zuvor sollen Kampfflugzeuge Washington überfliegen und Militärkapellen bekannte Hits spielen. Im Anschluss soll es ein Feuerwerk mit 850.000 Böllern geben. Damit will Trump einen neuen Weltrekord aufstellen.
Wegen einer Hitzewelle im Osten der USA sind allerdings Teile der Feierlichkeiten bereits gestrichen worden. So wurde die alljährliche Unabhängigkeitsparade in Washington abgesagt. In der US-Hauptstadt sind für den Samstag Temperaturen von mehr als 38 Grad vorhergesagt. In Zusammenhang mit der hohen Luftfeuchtigkeit könnte die gefühlte Temperatur bis zu 43 Grad betragen.
Trump warnt vor neuem Kommunismus
In einer Rede am Vorabend des Jahrestages hatte Trump vor einem Angriff auf die Identität der USA gewarnt. Am Nationaldenkmal Mount Rushmore im Bundesstaat South Dakota sprach er von einer "Wiederkehr der kommunistischen Bedrohung" im Land und griff innenpolitische Gegner als "Radikale und Extremisten" an.
Der US-Präsident hatte in den vergangenen Wochen wiederholt den linken Flügel der Demokratischen Partei als "kommunistisch" angegriffen. Hintergrund sind Erfolge von Vertretern der Demokraten bei Vorwahlen vor den Zwischenwahlen im November.
gri/pgr (dpa, afp)