USA erhöhen Druck auf Pakistan | Aktuell Asien | DW | 02.01.2018
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Nach Trump-Tweet

USA erhöhen Druck auf Pakistan

Die USA werfen Pakistan "doppeltes Spiel" im Umgang mit Terroristen vor. Der UN-Gesandten zufolge werden jetzt Hilfszahlungen zurückgehalten. Die Regierung in Islamabad bestellte den US-Botschafter zu einem Gespräch ein.

Die USA wollen Pakistan zu einem härteren Vorgehen gegen Terroristen bewegen. UN-Botschafterin Nikki Haley (Artikelbild) sagte, die USA hielten 255 Millionen Dollar an Hilfsgeldern zurück, weil Pakistan nicht vollständig mit Amerika bei der Terrorismusbekämpfung kooperiere. "Pakistan hat seit Jahren ein doppeltes Spiel betrieben." Zwar arbeite es mit den USA gelegentlich zusammen. Aber es gewähre den Terroristen, die US-Soldaten in Afghanistan angriffen, auch Unterschlupf.

"Dieses Spiel ist für diese Regierung inakzeptabel." Die USA erwarteten weitaus mehr. Präsidialamtssprecherin Sarah Sanders drohte mit weiteren Maßnahmen. "Was konkrete Handlungen angeht, so denke ich, dass es dazu in den nächsten 24 bis 48 Stunden ein paar mehr Details geben wird", sagte sie.

Pakistan Außenministerium in Islamabad (picture-alliance/Anadolu Agency/I. Sajid)

Der US-Botschafter in Islamabad wurde ins pakistanische Außenministerium einbestellt

Die pakistanische Regierung hatte zuvor nach harscher Kritik von Präsident Donald Trump den Botschafter der USA einbestellt. Ein Sprecher der Botschaft bestätigte, das Treffen habe am Montagabend stattgefunden. In seiner ersten Twitter-Botschaft des neuen Jahres hatte US-Präsident Donald Trump Pakistan ins Visier genommen: Er warf dem Land vor, "Terroristen" Zuflucht zu gewähren, und kündigte an, milliardenschwere US-Hilfen streichen zu wollen.

 "Die Vereinigten Staaten haben Pakistan törichterweise mehr als 33 Milliarden Dollar an Hilfen im Laufe der vergangenen 15 Jahre gegeben", so Trump. Pakistan habe den USA seinerseits "nichts als Lügen und Betrug" geboten und sie für dumm gehalten, kritisierte Trump weiter. "Sie gewähren den Terroristen Zuflucht, die wir in Afghanistan jagen. Das ist vorbei!", drohte er.

Innenpolitische Wirkung 

Die Regierung in Islamabad wies die Vorwürfe Trumps erbost zurück. Außenminister Khawaja Asif sagte dem Sender Geo TV, der Präsident habe immer wieder Pakistan im Visier, tatsächlich aber gehe es um Fehler der USA in Afghanistan. Trump ziele mit seinen Tweets gegen Pakistan und den Iran auf innenpolitische Wirkung. 

Pakistan Verteidigungsminister Khawaja Muhammad Asif (picture-alliance/Anadolu Agency)

Außenminister Khawaja Asif meint, es gehe um Fehler der USA in Afghanistan (Archivbild)

Seit Trumps Amtsantritt vor etwa einem Jahr haben sich die ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen Washington und Islamabad weiter verschlechtert. Die US-Regierung teilte dem Kongress im August mit, sie erwäge, für Pakistan vorgesehene Hilfen in Höhe von 255 Millionen Dollar (etwa 213 Millionen Euro) zurückzuhalten, weil Islamabad nicht hart genug gegen Extremisten vorgehe.

Auch Trumps Vorgänger Barack Obama hatte die Haltung Pakistans gegenüber den radikalislamischen Taliban kritisiert, die Washington seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in Afghanistan bekämpft. Die Vorwürfe, nicht entschlossen genug gegen radikale Islamisten vorzugehen, hat Islamabad wiederholt zurückgewiesen und verweist auf Ausgaben in Milliardenhöhe im Kampf gegen Extremismus.

myk/uh/jj/gri (afp, rtr)

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