USA eröffnen neues Militärhauptquartier in Südkorea | Aktuell Welt | DW | 29.06.2018
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US-Präsenz in Korea

USA eröffnen neues Militärhauptquartier in Südkorea

Die Kommandozentrale wurde vom bisherigen Standort in Seoul ins 60 Kilometer südlichere Pyeongtaek verlegt. Der Umzug geht auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 1990 zurück, hatte sich jedoch immer wieder verzögert.

"Heute ist ein historischer Meilenstein in der Geschichte der Allianz zwischen Südkorea und den USA", sagte der Befehlshaber der in Südkorea stationierten US-Soldaten und des UN-Kommandos (UNC), Vincent Brooks, bei der Zeremonie, bei er das neue Gebäude seiner Bestimmung übergab. 

Die Eröffnung des neuen Hauptquartiers ist Teil der Verlegung der US-Soldaten aus Seoul auf einen erweiterten Stützpunkt in Pyeongtaek. Sobald der Umzug abgeschlossen ist, wird Camp Humphreys US-Angaben zufolge die größte amerikanische Armeebasis außerhalb der USA sein. Der Ausbau nahm mehr als zehn Jahre in Anspruch und kostete laut Brooks fast 10,8 Milliarden Dollar (9,3 Milliarden Euro). Südkorea übernahm davon 90 Prozent.

Wachsende Spannungen

Die Verlegung aus dem Zentrum Seouls wurde 2004 als Teil der Pläne zu einer Umgruppierung und Modernisierung der US-Truppen in Südkorea beschlossen. Dort sind derzeit an verschiedenen Standorten 28.500 US-Soldaten stationiert. Die US-Militärpräsenz in der Hauptstadt war in der Vergangenheit oftmals Ziel antiamerikanischer Proteste und Beschwerden aus der Bevölkerung.

Der Umzug erfolgte in einer Zeit wachsender Spannungen zwischen Südkorea und den USA: Präsident Donald Trump hatte vor zwei Wochen nach einem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un verkündet, gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea auszusetzen, und mit dem Gedanken gespielt, eines Tages auch Truppen abzuziehen. Südkorea und andere verbündete Staaten in der Region, allen voran Japan, zeigten sich beunruhigt angesichts dieser Wendung. 

US-Verteidigungsminister Jim Mattis reagierte bei einem Besuch in Japan auf diese Sorgen und sagte, Washington werde "eine starke, auf Zusammenarbeit basierende Abwehrhaltung" gegenüber Nordkorea beibehalten.

mm/jj (afp, dpa)

 

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