US-Kongressbibliothek gibt Archivierung aller Tweets auf | Aktuell Welt | DW | 27.12.2017
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Twitter

US-Kongressbibliothek gibt Archivierung aller Tweets auf

Die US-Kongressbibliothek hat seit 2006 jeden jemals verschickten Tweet archiviert. Doch damit ist jetzt Schluss, denn selbst die größte Bibliothek der Welt ist nun an ihre Grenzen gestoßen.

Es sind einfach viel zu viele Tweets. Deshalb hat die US-Kongressbibliothek den Plan aufgegeben, jede jemals verschickte Twitter-Botschaft zu archivieren. Die als größte Bibliothek der Welt geltende Institution erklärte, ab 1. Januar 2018 würden nur noch ausgewählte Kurznachrichten archiviert. Zur Begründung verwies die Bibliothek auf die schiere Masse der Twitter-Botschaften. Dem Archiv fehlten die Kapazitäten, sämtliche Beiträge samt angehängter Fotos oder Videos aufzubewahren.

Die Kongressbibliothek hatte ihr Twitter-Archiv 2010 gestartet, nachdem das Unternehmen ihr seine Datenbank aller seit dem ersten Tweet im Jahr 2006 verschickten öffentlichen Twitter-Botschaften übergeben hatte. Diese bleiben einem Sprecher zufolge vorerst weiter unter Verschluss, bis über kostengünstige Zugangsmöglichkeiten entschieden ist.

Nach eigenen Angaben will die Bibliothek ab 2018 "auf einer sehr selektiven Basis" weiter Twitter-Botschaften ankaufen. Die Sammlung werde vermutlich "themen- und ereignisbezogen" sein, mögliche Themen seien beispielsweise Wahlen oder wichtige Gesetze.

Manche Twitter-Nutzer machten US-Präsident Donald Trump für die Entscheidung der Kongressbibliothek verantwortlich. Er habe als eifriger Nutzer das Niveau auf Twitter gesenkt: "Trump hat es geschafft, den Wert von Twitter zu senken", lautete ein Kommentar. "Jetzt wird die Kongressbibliothek nicht mehr jeden Tweet archivieren. Wahrscheinlich, weil die meisten seiner Tweets dem Rest des Landes peinlich sind."

jv/jj (afp, ard)