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US-Gericht hebt Sparkürzungen bei Voice of America auf

18. März 2026

Im März 2025 hatte Präsident Trump für den Sender Voice of America radikale Sparmaßnahmen mit Massenentlassungen angeordnet. Ein US-Richter entschied nun, der Auslandssender darf wieder den Sendebetrieb voll aufnehmen.

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USA Gebäude The Voice of America in Washington
Voice of America hat seinen Hauptsitz in der US-Hauptstadt Washington D.C.Bild: Bonnie Cash/AFP/Getty Images

Ein US-Richter hat die drastischen Sparmaßnahmen beim staatlich finanzierten Rundfunksender Voice of America (VoA) größtenteils für ungültig erklärt. Zur Finanzierung und Berichterstattung des Auslandssenders der USA gebe es gesetzliche Vorgaben, die unter den von der Regierung auferlegten Bedingungen nicht erfüllt werden könnten, teilte Richter Royce Lamberth mit. Er gab der US-Behörde für globale Medien eine Woche Zeit, einen Plan für die Wiederaufnahme des Sendebetriebs von Voice of America auszuarbeiten. Zuvor hatte ein anderer Richter bereits die Kündigung Hunderter VoA-Journalisten für unrechtmäßig erklärt. 

Trump hatte Kürzungen im März 2025 angeordnet

US-Präsident Donald Trump hatte im März vergangenen Jahres erhebliche Kürzungen bei der Muttergesellschaft des Senders, United States Agency for Global Media (USAGM), angeordnet. Die Behörde verantwortet alle staatlich finanzierten Auslandsrundfunkprogramme der USA, die nicht dem Militär unterstehen. Dazu gehört maßgeblich Voice of America, das als Auslandssender in etwa mit der Deutschen Welle vergleichbar ist. Seit Trumps Anordnung lief VoA nur mit einer Minimalbesetzung.

USA Washington 2025 | Voice of America Hauptquartier nach angekündigter Schließung
Ein Mitarbeiter demonstriert mit einem Plakat vor dem Gebäude des Senders nach der Massenentlassung im März 2025Bild: Andrew Leyden/ZUMAPRESS.com/picture alliance

Ernennung von Kari Lake unrechtmäßig

Vor zehn Tagen hatte Richter Lamberth geurteilt, dass die Ernennung von Kari Lake, einer ehemaligen TV-Moderatorin, zur Leiterin von USAGM unrechtmäßig war. Die von Lake beaufsichtigten Massenentlassungen bei VOA waren demnach ungültig. Lamberth ordnete daher nun die Wiedereinstellung von 1042 Mitarbeitern des Senders bis zum 23. März an, die sich seit dem vergangenen Jahr im bezahlten Verwaltungsurlaub befinden. Lake hatte auch die Zusammenarbeit mit fast 600 freien Mitarbeitern beendet, die allerdings von dem Urteil ausgenommen sind.

USA Washington D.C. 2025 | Kari Lake bei Anhörung über U.S. Agency for Global Media
Kari Lake stellte über 1000 festangestellte Mitarbeiter von Voice of America zu unrecht freiBild: Joe Raedle/Getty Images

In seinem Urteil hob der Richter hervor, dass der Kongress klare Vorgaben zu den Aufgaben und zur Finanzierung von USAGM gemacht habe. Demnach sollen ihre Sender objektiv und verlässlich berichten, und zwar über "jede bedeutende Region der Welt". Neben Lake, die seit langem durch Stimmungsmache gegen kritisch über die Regierung berichtende Medien auffällt, hätten sich auch andere Verantwortliche fast ein Jahr lang "offen geweigert", diesen Verpflichtungen nachzukommen.

Sorge um die Pressefreiheit in den USA wächst

Voice of America sollte Nazi-Propaganda entgegenwirken

Voice of America wurde 1942 gegründet, um der Propaganda von Nazi-Deutschland entgegenzuwirken und verlässliche Nachrichten in besetzte Gebiete zu bringen. Heute gehören dazu mehrere Rundfunkdienste. Vor Trumps Stilllegungsanordnung sendete der Dienst in 49 Sprachen und erreichte 362 Millionen Menschen. In Deutschland ist der Sender nicht mehr im linearen Fernsehen oder Radio empfangbar, da er sich primär an Staaten mit eingeschränkter Pressefreiheit richtet.

as/se (dpa, afp, ap)