US-Botschaft in Kuba dauerhaft nur mit Notbesetzung | Aktuell Amerika | DW | 03.03.2018
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Amerikanisch-kubanische Verstimmung

US-Botschaft in Kuba dauerhaft nur mit Notbesetzung

Vor Monaten traten bei Mitarbeitern der US-Botschaft in Havanna rätselhafte Erkrankungen auf. Das US-Außenministerium zieht jetzt auch ein gezielt in Umlauf gebrachtes Virus als eine Ursache in Betracht.

Kuba US-Botschaft in Havanna (Getty Images/AFP/A. Roque)

US-Botschaft in Havanna

Als Reaktion auf die ungeklärten Krankheitsfälle hat die US-Regierung das bereits seit Ende September reduzierte Personal in ihrer Botschaft in Kuba jetzt auf unbestimmte Zeit auf ein Minimum heruntergefahren. Das Außenministerium in Washington erklärte, es verbleibe lediglich eine Kernbesetzung in Havanna, um die nötigsten diplomatischen und konsularischen Aufgaben wahrzunehmen. Alle Angehörigen der Diplomaten seien zurück in die USA gebracht worden. Bereits Ende September hatten die USA mehr als die Hälfte ihres Personals aus der Vertretung abgezogen.

Zuvor hatten mindestens 24 Botschaftsmitarbeiter oder deren Angehörige über gesundheitliche Schäden durch "mysteriöse Attacken" berichtet. Demnach litten sie unter Symptomen wie Gehörverlust, Tinnitus, Sehproblemen, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Schlafstörungen.

Virus, Schall-Attacke - oder alles Zufall?

Als eine Möglichkeit zieht das US-Außenministerium ein gezielt von kubanischer Seite in Umlauf gebrachtes Virus in Betracht. Im September war zunächst von mutmaßlichen "Schall-Attacken" die Rede. Die genauen Ursachen der Gesundheitsschäden und die Urheber konnten bislang aber nicht bestimmt werden. Kuba bestreitet, mit den Krankheitsfällen in Verbindung zu stehen.

Rückschlag für die bilateralen Beziehungen

Die Affäre um die angeblichen Angriffe auf die Gesundheit des Botschaftspersonals bedeutet eine schwere Belastung für die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba, die sich unter dem früheren US-Präsidenten Barack Obama auf dem Weg der Normalisierung befunden hatten. Nach jahrzehntelanger Eiszeit wurde die US-Botschaft in Havanna im Juli 2015 wiedereröffnet.

Unter Präsident Donald Trump hatten sich die Beziehungen zu wieder verschlechtert. Er machte einen Teil der von seinem Vorgänger umgesetzten Reformen und Reiseerleichterungen rückgängig. Trump nannte die kubanische Regierung ein "grausames und brutales Regime" und machte die künftigen bilateralen Beziehungen zu Havanna von Fortschritten bei den Menschenrechten abhängig.

qu/wa (afp, dpae, APE)

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