US-Arbeitslosigkeit steigt auf Rekordhoch | Aktuell Amerika | DW | 08.05.2020
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Vereinigte Staaten

US-Arbeitslosigkeit steigt auf Rekordhoch

Die Corona-Krise sorgt in den USA für den massivsten Jobabbau seit der Zeit der Großen Depression in den 1930er Jahren. Niemals in der Nachkriegszeit war die Arbeislosenquote so hoch. Präsident Trump muss nun zittern.

Gouverneur DeSantis beim Friseursalon in Orlando (picture-alliance/Orlando Sentinel/S. M. Dowell)

"Arbeiter können nicht warten": Protest in Orlando/Florida am Samstag

Die Arbeitslosenquote sprang im April auf 14,7 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Demnach fielen im April 20,5 Millionen Arbeitsplätze weg. Im März hatte die Quote noch 4,4 Prozent betragen, im Februar 3,5 Prozent - dies war der niedrigste Stand seit Jahrzehnten.

Der jetzige Wert von knapp 15 Prozent liegt über der Quote während der Finanzkrise des Jahres 2009, als rund zehn Prozent erreicht wurden. Höher als in diesem April war die Zahl nur während der "Großen Depression", die 1929 in den USA begonnen und sich zu einer historischen Weltwirtschaftskrise ausgeweitet hatte.

"Im Mai vielleicht 25 Prozent Arbeitslose"

Experten warnen, es könnte noch schlimmer kommen. Denn die jüngsten Zahlen, die auf Umfragen basieren, bilden nicht das volle Ausmaß der Corona-Krise ab: Sie umfassen einen Zeitraum bis Mitte April. Viele Menschen haben sich bisher nicht als arbeitssuchend gemeldet.

Zudem räumte das Arbeitsministerium ein, dass zahlreiche Fälle offenbar falsch zugeordnet wurden. Ein führender Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Kevin Hassett, warnte denn auch im Sender CNN, die Quote könnte im Mai noch über 20 Prozent, vielleicht sogar auf 25 Prozent steigen.

USA Detroit | Coronakrise: Geschlossener Barber Shop (picture-alliance/AP Photo/P. Sancya)

Wegen Corona geschlossen: Friseurladen in Detroit/Michigan

Die Pandemie hat in den USA zu einer verheerenden Wirtschaftskrise geführt. Das Virus und die Maßnahmen zu dessen Eindämmung haben viele Branchen weitgehend lahmgelegt. Zahlreiche Betriebe mussten vorübergehend schließen; etliche sogar für immer.

Trump: "Keine Überraschung"

US-Präsident Trump sagte im Sender Fox News, der sprunghafte Anstieg der Arbeitslosenquote sei "vollkommen erwartet" und "keine Überraschung". Er versprach, er werde die Quote wieder nach unten bringen. Die US-Bürger seien "Krieger" und würden wieder zur Arbeit zurückkehren.

Trump hatte im Wahljahr 2020 mit der guten wirtschaftlichen Lage punkten wollen, die er stets als Erfolg seiner Politik darstellte. Allerdings war die Arbeitslosigkeit nach der weltweiten Finanzkrise 2008/2009 bereits unter seinem Vorgänger Barack Obama stetig zurückgegangen.

Arbeit weg - Versicherung weg

Weil die Krankenversicherung in den USA häufig an den Arbeitsplatz gebunden ist, dürften inzwischen auch Millionen Amerikaner ihren Versicherungsschutz verloren haben oder können sich diesen nicht mehr leisten - und das inmitten der Pandemie. In den USA wurden bereits mehr als 1,25 Millionen Corona-Infektionen und mehr als 75.000 Tote bestätigt. Das sind mit großem Abstand die höchsten Zahlen weltweit.

USA Pasadena | Workers Available Flyer am Pasadena Community Job Center (picture-alliance/AP Photo/D. Dovarganes)

"Arbeiter verfügbar": Handzettel im Jobcenter in Pasadena/Kalifornien

Mit Blick auf die Präsidentenwahl im November dringt Trump auf eine rasche Rückkehr zur Normalität, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Zahlreiche Bundesstaaten haben die Corona-Beschränkungen seit Anfang des Monats teilweise aufgehoben. Experten warnen allerdings, eine zu schnelle Lockerung könnte zu einem sprunghaften Anstieg der Infektionen führen - und zu noch viel mehr Todesopfern.

jj/qu (dpa, afp, rtr)

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