Ureinwohner in Ecuador verhindern Ölbohrung | Aktuell Amerika | DW | 27.04.2019
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Kampf um den Amazonas

Ureinwohner in Ecuador verhindern Ölbohrung

Die Entscheidung könnte bahnbrechend sein: Ureinwohner in Ecuador haben vor Gericht ein wichtiges Etappenziel erreicht. In ihrem Stammesgebiet im Amazonas darf vorerst nicht nach Öl gebohrt werden.

Die Bevölkerungsgruppe der Waorani hat vor Gericht Ölbohrungen auf ihrem Stammesgebiet im Amazonas vorerst verhindert. Nach zweiwöchigen Verhandlungen gab ein Gericht in der Stadt Puyo einem Antrag statt, ein Bieterverfahren für Unternehmen auf der Suche nach Öl in der Provinz Pastaza zu stoppen. Die Regierung Ecuadors hatte zuvor eine Fläche von rund 180.000 Hektar für Bohrungen freigegeben.

Recht auf angestammtes Land

Das Land stehe jedoch gemäß der Verfassung unter besonderem Schutz, urteilte das Gericht. Indigene Gruppen hätten ein "unveräußerliches, unpfändbares und unteilbares" Recht, im Besitz ihres angestammten Landes zu bleiben. Dem Staat gehörten zwar die Bodenschätze, allerdings müsse zunächst über Pläne zu einer möglichen Nutzung der Ressourcen mit indigenen Gruppen beraten werden.

Ecuador Waoranis Gewinnen vor Gericht (picture-alliance/AP Photo/D. Ochoa)

Vor dem Gericht in Puyo feiern die Waorani ihren Erfolg

Die Regierung hatte im Jahr 2012 ein Einigung mit den Waorani über die Suche nach Öl erzielt. Vertreter der Gruppe erklärten jedoch, sie seien betrogen worden. Das Gericht ordnete nun neue Gespräche an, bei denen die Vorgaben des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte (CIDH) mit Sitz im costa-ricanischen San José umgesetzt werden sollen.

Die Anwältin der Waorani, Lina Maria Espinosa, begrüßte die Entscheidung des Gerichts als "wichtigen Präzedenzfall" für das Amazonasgebiet. Zur Gruppe der Waorani gehören etwa 4800 Menschen, die in verschiedenen Provinzen des Amazonasgebiets leben.

as/jj (afp, ape)

 

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