Unicef ruft zu deutlich mehr Spenden auf | Aktuell Welt | DW | 29.01.2019
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Kinder in Notlagen

Unicef ruft zu deutlich mehr Spenden auf

Kinder sind immer die Leidtragenden in Krisen- und Kriegsländern. Zu häufig bekommen sie dort weder medizinische noch psychologische Hilfe. Die Lage sei dramatisch, sagt Unicef und bittet um mehr finanzielle Hilfen.

Syrien Kinder werden nach möglichem Giftgaseinsatz in Douma behandelt (picture alliance/AP Photo/Syrian Civil Defense White Helmets)

Diese Kinder werden nach einem möglichen Giftgaseinsatz im syrischen Douma behandelt

Das Hilfswerk Unicef ruft Regierungen und Geber zur Unterstützung von 41 Millionen notleidenden Mädchen und Jungen auf. Für Hilfsprogramme in 59 Ländern würden in diesem Jahr 3,4 Milliarden Euro benötigt, teilte die UN-Organisation in Genf mit. Der Spendenaufruf für das Jahr 2019 ist so groß wie noch nie. Viele Kinder in Kriegsländern wie Syrien, dem Jemen oder dem Südsudan litten unter entsetzlicher Angst und Gewalt, betonte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore.

Unicef schätzt, dass weltweit rund 34 Millionen Kinder in Kriegs- und Krisengebieten keinen Zugang zu Kinderschutzmaßnahmen haben, davon allein 6,6 Millionen im Jemen, 5,5 Millionen in Syrien und vier Millionen in der Demokratischen Republik Kongo.

Südsudan frühere Kindesoldaten freigelassen (UNICEF/UN0202139/Rich)

Im Südsudan kümmert sich die UNICEF um ehemalige Kindersoldaten

Folgen für das Leben

Heranwachsende, die immer wieder Gewalt erleben oder Kämpfe beobachten, sind laut Unicef in Gefahr, in einem "toxischen Stress" aufzuwachsen. Je jünger die Kinder seien und je länger diese Situation anhalte, desto größer sei das Risiko lebenslanger negativer Folgen für ihre kognitive, soziale und emotionale Entwicklung. Viele von ihnen bräuchten spezielle medizinische und psychologische Hilfe zusätzlich zur Basisversorgung mit Essen, Trinken und Bildung.

Unicef beklagte, dass Konfliktparteien zunehmend das humanitäre Völkerrecht missachteten und Hilfsorganisationen teilweise den Zugang zu den Bedürftigen verweigerten. Zudem seien mehrere Nothilfe-Programme stark unterfinanziert. In der Demokratischen Republik Kongo habe Unicef im Jahr 2018 lediglich über ein Drittel der benötigten 18,5 Millionen Euro für Kinderschutzprogramme verfügt.

Das Kinderhilfswerk verwies weiter darauf, dass 2019 den 30. Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention und den 70. Jahrestag der Genfer Konventionen markiere. Doch seien "heute mehr Länder von internen oder internationalen Konflikten betroffen als jemals zuvor in den vergangenen drei Jahrzehnten - mit grausamen Folgen für Kinder".

as/bri (epd, afp)