Ungarn schließt Mega-Rüstungsdeal mit den USA | Aktuell Welt | DW | 12.08.2020
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Waffengeschäfte

Ungarn schließt Mega-Rüstungsdeal mit den USA

Es ist der bislang größte Rüstungsdeal, den Ungarn je mit den USA abgeschlossen hat. Für rund eine Milliarde US-Dollar kauft die Regierung Raketenabwehrsysteme, um sich nach außen abzusichern.

Ungarn | US-Botschafter David Cornstein (links) und ungarischer Verteidigungsminister Tibor Benko (picture-alliance/AP Photo/MTI/Z. Balogh)

US-Botschafter David Cornstein (li.) und Ungarns Verteidigungsminister Tibor Benkő besiegeln den Rüstungsdeal

US-Botschafter David Cornstein gab den Deal am Mittwoch in der ungarischen Hauptstadt Budapest öffentlich bekannt. Wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI berichtete, unterzeichneten Cornstein und der ungarische Verteidigungsminister Tibor Benkő eine Absichtserklärung über den Kauf von Mittelstreckenraketen des Typs AMRAAM des US-Herstellers Raytheon für die ungarische Luftwaffe. Das Waffengeschäft hat demnach einen Umfang von einer Milliarde US-Dollar (850 Millionen Euro).

Cornstein erklärte, damit könne Ungarn seine Luftverteidigung modernisieren und noch aus der kommunistischen Ära stammende Systeme ersetzen.

Radargelenkte Mittelstrecken Luft-Luft Rakete AMRAAM AIM-120 (picture-alliance/imageBROKER/O. Brandt)

Die radargelenkte Mittelstrecken Luft-Luft-Rakete AMRAAM ist eine der meistverkauften in der westlichen Welt

Investition in die Sicherheit

Benkő betonte laut MTI, dass Ungarn sich nach langer Suche und Prüfung diverser Optionen für das US-Angebot entschieden hätten. Beim Kauf der Raketen handle es sich um eine Investition in die Sicherheit Ungarns, sagte der Verteidigungsminister: "Wir sehen, dass dieser Frieden, in dem wir leben, eine äußerst fragile Situation ist."

Ambivalentes Verhältnis zu den USA

Die Beziehungen zwischen den USA und dem ungarischen Premierminister Viktor Orbán - einem lautstarken Unterstützer des US-Präsidenten Donald Trump - sind nicht die engsten. Als US-Außenminister Mike Pompeo beispielsweise vergangene Woche auf Besuchstour in Osteuropa war, ließ er Budapest aus. Bei den Besuchen ging es vor allem um die Stationierung von US-Truppen sowie den chinesischen und russischen Einfluss in der Region.

Orbán pflegt zudem enge Beziehungen mit Moskau und Peking - zum Missfallen des Nato-Partners USA. Orbán nennt seine Außenpolitik hingegen "pragmatisch" und unterzeichnete mit China einen Deal über den Bau einer Schnellzugstrecke. Ebenso bezog er trotz Protesten aus den USA den chinesischen Technologiekonzern Huawei in den Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes ein.

Bei den Verteidigungsausgaben kam Orban den Forderungen Trumps jedoch entgegen und erhöhte den Anteil der Rüstungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt von 0,95 Prozent im Jahr 2013 auf 1,21 Prozent im vergangenen Jahr.

mak/al (afp, mti.hu)