UN warnen vor Wassermangel durch Klimawandel | Aktuell Welt | DW | 21.03.2020
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Zum Weltwassertag

UN warnen vor Wassermangel durch Klimawandel

Weltweit haben 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Trinkwasser. Der weltweite Verbrauch steigt und steigt. In Nordafrika ist Wasser generell schon jetzt Mangelware. Und die Lage wird immer prekärer.

Weltwassertag - Wasserknappheit in Nordafrika (picture-alliance/dpa/S. Kremer)

Der Stausee Sidi Saad in Zentraltunesien ist nicht einmal bis zur Hälfte gefüllt - seit Monaten hat es nicht geregnet

Der Klimawandel führt zu weniger Wasser und schlechterer Wasserqualität. Insbesondere der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist für Milliarden Menschen weltweit gefährdet, wie die Vereinten Nationen (UN) in ihrem neuen Weltwasserbericht deutlich machen.

2,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu Trinkwasser. 4,2 Milliarden Menschen, also mehr als 55 Prozent der Weltbevölkerung, haben außerdem keinen Zugang zu sauberen Sanitäranlagen. 

Wassermangel in Indien (Getty Images/AFP/I. Mukherejee)

Ein Trinkwasserbrunnen in Indien (Archiv)

Der weltweite Wasserverbrauch ist nach UN-Angaben heute sechs Mal so hoch wie noch vor 100 Jahren. Bevölkerungswachstum, Wirtschaftswachstum und veränderte Konsumgewohnheiten führen dazu, dass der Wasserverbrauch weiter jedes Jahr um etwa ein Prozent steigt.

In ihrem Bericht weisen die Experten darauf hin, bis zu 90 Prozent aller Abwässer weltweit würden unbehandelt abgelassen und belasteten Umwelt und Trinkwasservorräte. Der Klimawandel verschärfe diese ohnehin schon prekäre Lage.

Tunesien, Marokko oder Ägypten haben besonders wenig Wasser 

Die nordafrikanischen Länder wie Tunesien, Marokko oder Ägypten gehören schon jetzt zu den wasserärmsten der Welt. Nach Angaben der UNESCO liegt Wasserknappheit schon vor, wenn die sich erneuernden Wasserressourcen unter 1000 Kubikmeter pro Person und Jahr fallen. In Tunesien liegt der Wert bei 440 Kubikmetern. Nach einer Untersuchung der Weltbank ist die Region des Nahen Ostens und Nordafrikas besonders durch den Klimawandel bedroht.

Pakistan - Wasserknappheit (DW/S. Shaikh)

In Pakistan holen Frauen das Trinkwasser aus einem Fluss (Archiv)

Gleichzeitig wirke jedoch nachhaltiges Wassermanagement dem Klimawandel positiv entgegen, so die UN weiter. "Wir reden oft über Wassermangel und drohende Wasserkonflikte, aber zu wenig darüber, dass Wasser Teil der Lösung der Klimakrise ist", erklärt das Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission, Ulla Burchardt. Die Abwasseraufbereitung könne beispielsweise Treibhausgase reduzieren und zur Energiegewinnung genutzt werden. Burchardt fordert, Wasser effizienter zu nutzen, Verschwendung zu vermeiden und die Landwirtschaft an die Doppelherausforderung Wasser- und Klimakrise anzupassen. 

USA Dürre in Kalifornien Sprinkleranlage in Bakersfield (Getty Images/D. McNew)

Eine Sprinkleranlage bewässert Felder in Bakersfield, Kalifornien

Generell rufen die Vereinten Nationen dazu auf, die Bedeutung von Wasser in den Verhandlungen über Klimapolitik stärker zu berücksichtigen. Das könne auch dazu beitragen, die globalen Nachhaltigskeitsziele zu erreichen.

se (kna, epd, rtr, ap, afp, dpa)     

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