UN-Vermittler für Libyen wirft das Handtuch | Aktuell Welt | DW | 02.03.2020
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Nordafrika

UN-Vermittler für Libyen wirft das Handtuch

Seit zweieinhalb Jahren habe er vergeblich versucht, Libyens gegnerische Lager zu einen und eine Einmischung aus dem Ausland zu verhindern, sagte Ghassam Salamé. Libyens anerkannte Regierung kündigte eine Offensive an.

Schweiz PK UN-Sonderbeauftragter für Libyen Ghassan Salamé (Reuters/D. Balibouse)

Ghassam Salamé ist aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten

Der Rücktritt des 1951 geborenen Diplomaten Salamé kommt zu einem besonders kritischen Zeitpunkt für das Land und ist ein weiterer Rückschlag. Der Libanese hatte das Amt im Sommer 2017 von dem deutschen Diplomaten Martin Kobler übernommen. Keinem der bisherigen Vermittler ist es bisher gelungen, das nordafrikanische Bürgerkriegsland auf einen Kurs Richtung Frieden zu bringen.

Zur Begründung verwies der UN-Vermittler auf seine Gesundheit. Zugleich twitterte Ghassam Salamé, er habe seit zweieinhalb Jahren versucht, Libyens rivalisierende Lager zu einen und Einmischung aus dem Ausland zu verhindern. Im libyschen Bürgerkrieg kämpft die international anerkannte und vor allem von der Türkei unterstützte Regierung mit Sitz in Tripolis gegen den abtrünnigen General Chalifa Haftar, hinter dem unter anderem Russland steht. 

Trotz Waffenruhe wurde Tripolis bombardiert 

"Meine Gesundheit erlaubt es mir nicht mehr, so viel Stress auf mich zu nehmen", erklärte Ghassam Salamé. Erst vergangene Woche hatte er Vertreter der Konfliktparteien wieder in Genf versammelt und dort mit beiden Lagern getrennt Gespräche geführt. Doch Schlüsselfiguren für eine Lösung des Bürgerkriegs zogen sich wieder zurück. Ende der Woche wurde Tripolis dann so stark bombardiert wie seit Vermittlung einer Waffenruhe durch Ghassam Salamé Anfang Januar nicht mehr. 

Libyens offizielle Regierung kündigte in Tripolis an, in den kommenden Tagen eine Offensive gegen die Belagerung durch General Haftar zu starten. Hoffnung auf einen Waffenstillstand gebe es nicht, sagte Innenminister, Fathi Bashagha.

Video ansehen 01:49

Libyens Waffenruhe wird hundertfach gebrochen (16.02.2020)

nob/uh (rtr, dpa, afp)

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