UN: London soll Chagos-Inseln zurückgeben | Aktuell Asien | DW | 22.05.2019
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Resolution der UN-Vollversammlung

UN: London soll Chagos-Inseln zurückgeben

Der Chagos-Archipel im Indischen Ozean hat strategische Bedeutung. Die USA unterhalten dort einen großen Militärstützpunkt. Für die Briten ein Grund, sich standhaft zu weigern, Mauritius die Inseln abzutreten.

Insel Chagos | BIOT (British Indian Ocean Territory): Diego Garcia Base (picture-alliance/CPA Media)

Blick auf die Hauptinsel Diego Garcia mit der Militärbasis (Archiv)

Die UN-Vollversammlung in New York hat Großbritannien aufgefordert, die Kontrolle über die Chagos-Inseln im Indischen Ozean an Mauritius abzutreten. 116 Länder stimmten für die entsprechende Resolution afrikanischer Staaten, die London dazu aufruft, "seine koloniale Verwaltung" innerhalb von sechs Monaten von den Inseln abzuziehen. Nur sechs Länder des 193 Staaten umfassenden Gremiums lehnten dies ab, darunter das Vereinigte Königreich und die USA. 56 weitere Länder enthielten sich, unter ihnen waren Deutschland, Frankreich und Kanada.

In dem jahrzehntelangen Streit um die Inseln hatte im Februar bereits der Internationale Gerichtshof in Den Haag zugunsten von Mauritius entschieden. Großbritannien habe die Inseln in den 1960er Jahren unrechtmäßig von seiner damaligen Kolonie Mauritius administrativ abgespalten und müsse sie zurückgeben, urteilten die Richter. Die britischen Kolonialherren entließen Mauritius 1968 in die Unabhängigkeit, die Chagos-Inseln behielten sie unter der Kontrolle Londons. Die britische Regierung wies die Gerichtsentscheidung vom Februar zurück, Mauritius wandte sich an die Vereinten Nationen.

Insel Chagos | BIOT (British Indian Ocean Territory): Diego Garcia Base (picture-alliance/dpa/CPA Media Co. Ltd)

Zu der Inselgruppe im Indischen Ozean gehören sieben Atolle

Staatengemeinschaft soll koloniale Verwaltung nicht unterstützen

Die allerdings völkerrechtlich nicht bindende Resolution der UN-Vollversammlung sieht vor, dass die Vereinten Nationen mit all ihren Behörden den Anspruch von Mauritius auf die Inselgruppe anerkennen. Zugleich wird die internationale Staatengemeinschaft aufgerufen, die "unrechtmäßige koloniale Verwaltung nicht zu unterstützen oder gar zu begünstigen".

Die Londoner Regierung ließ zwischen 1968 und 1973 fast 2000 Bewohner des Archipels nach Großbritannien, Mauritius und auf die Seychellen zwangsumsiedeln, um Platz für eine große Militärbasis zu schaffen. Die Basis Diego Garcia ist noch bis zum Jahr 2036 an die USA verpachtet. Von hier aus starteten Kampfjets zu Einsätzen nach Afghanistan und in den Irak. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde das Gelände auch als Vernehmungszentrum des US-Geheimdienstes CIA genutzt.

se/cvo (afp, ap, dpa)

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