UN geißeln fortgesetzte Gewalt gegen Rohingya in Myanmar | Aktuell Asien | DW | 06.03.2018
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Myanmar

UN geißeln fortgesetzte Gewalt gegen Rohingya in Myanmar

Die muslimische Rohingya-Minderheit in Myanmar wird nach Einschätzung der Vereinten Nationen weiterhin systematisch verfolgt. Allerdings habe sich die Art der Gewalt geändert.

Eine Mutter mit ihrem Sohn in einem Flüchtlingslager bei Cox's Bazar (Archivbild) (Reuters/D. Sagolj )

Eine Mutter mit ihrem Sohn in einem Flüchtlingslager bei Cox's Bazar (Archivbild)

Ein UN-Vertreter hat Myanmar eine anhaltende "ethnische Säuberung" gegen die muslimische Minderheit der Rohingya vorgeworfen. "Die ethnische Säuberung gegen Rohingya aus Myanmar geht weiter", erklärte der UN-Vizegeneralsekretär für Menschenrechte, Andrew Gilmour, nach einem Besuch von Flüchtlingslagern in der Stadt Cox's Bazar in Bangladesch. 

Inzwischen werde versucht, die Rohingya auszuhungern und somit aus Myanmar zu vertreiben.  "Die Art der Gewalt hat sich verändert, vom wilden Blutvergießen und von den Massenvergewaltigungen im vergangenen Jahr zu einer Kampagne von niedrigerer Intensität des Terrors und des Aushungerns", erklärte Gilmour.

Rückkehr "unmöglich"

Eine Rückkehr geflohener Rohingya aus Bangladesch sei unter den derzeitigen Umständen "unmöglich" und "unvorstellbar", bekräftigte der UN-Vertreter. "Die Regierung von Myanmar erzählt der Welt, dass sie bereit ist, Rohingya-Rückkehrer zu empfangen, während ihre Truppen sie weiterhin nach Bangladesch treiben."

Die muslimischen Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Ende August eskalierte der Konflikt, als Rohingya-Rebellen bei Angriffen rund ein Dutzend Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt und zerstörte zahlreiche Rohingya-Dörfer, Flüchtlinge berichten von Ermordungen und Vergewaltigungen.

Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wurden allein im ersten Monat der Gewalt 6700 Rohingya getötet. Rund 700.000 Angehörige der Minderheit sind seit August nach Bangladesch geflohen. Das Militär bestreitet den Vorwurf der Vereinten Nationen, dass eine ethnische Vertreibung stattgefunden habe.

stu/sti (afp, dpa)

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