Ulreich patzt, der FC Bayern fliegt raus | Champions League | DW | 01.05.2018
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Champions League

Ulreich patzt, der FC Bayern fliegt raus

Der FC Bayern München scheidet aus der Champions League aus. Gegen Real Madrid schnuppert das Team von Trainer Jupp Heynckes an einem Sieg über die Madrilenen, doch ein Blackout von Sven Ulreich gibt den Ausschlag.

Diese Szene wird Bayerns Torhüter Sven Ulreich nicht so schnell vergessen. In der zweiten Halbzeit waren gerade einmal 22 Sekunden gespielt als Corentin Tolisso von Toni Kross bedrängt und zu einem Rückpass gedrängt wurde. Münchens Schlussmann eilte aus seinem Tor und hätte den Ball eigentlich ohne Probleme klären können. Allerdings schien Ulreich zwei Gedanken auf einmal zu haben: Erst wollte er mit der Hand zum Ball, dann entschied er sich kurz vor dem Ballkontakt um, versuchte, mit dem Fuß zu klären und trat am Ball vorbei. Karim Benzema lauerte und schob das Spielgerät ohne Probleme zum zwischenzeitlichen 2:1 ins Tor - in der Endabrechnung das eine Gegentor zuviel. "Das waren zwei Fehler hintereinander", sagte Trainer Jupp Heynckes auch mit Blick auf den schlampigen Rückpass von Tolisso. "Das passiert und ist sehr schade."  

Nach dem 2:2 durch James Rodriguez, der bei seinem starken Auftritt an alter Wirkungsstätte stark auftrumpfte, durfte Ulreich zwar noch einmal hoffen. Doch am Ende war das Halbfinale-Aus in der Champions League besiegelt. Auch, weil Ulreichs Gegenüber Keylor Navas wiederholt starke Paraden zeigte. Ausgerechnet Ulreich patzte entscheidend, der seit Wochen in bestechender Form ist und den verletzten Manuel Neuer mehr als gut vertritt.

Müller: "Mann des Jahres"

Beim letzten K.o-Spiel der Bayern im DFB-Pokal bei Bayer Leverkusen hatte Ulreich noch mit zahlreichen starken Paraden seinem Team beim 6:2-Erfolg den Einzug ins DFB-Pokalfinale gesichert. "Wir müssen Sven ein Riesenkompliment machen, er hat zwei-, dreimal gerettet. Wie er die Bälle gehalten hat, das war Wahnsinn", lobte Arjen Robben den Torhüter damals.

DFB Pokal Halbfinale Bayer 04 Leverkusen - FC Bayern München (picture-alliance/Sven Simon/A. Waelischmiller)

Die Spieler des FC Bayern bejubeln den Einzug ins DFB-Pokalfinale

Auch Thomas Müller wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. "Er hat eine super Formkurve und wurde schon oft zu recht als Mann des Jahres betitelt. Der hält uns oft genug im Spiel. Er macht Dinge, die nicht zum einfachen Torwart-ABC gehören. Da kann man schon mal Danke sagen."

Noch eine Chance auf einen Titel

In Madrid lief es jetzt aber anders, dabei hatte es ganz gut angefangen: Sechs Jahre nachdem Neuer die Bayern in Madrids Fußball-Tempel im Elfmeterschießen ins "Finale dahoam" geführt hatte, war auch "Ulle" gegen Real bestens im Spiel. Einen platzierten Schuss von Cristiano Ronaldo wehrte Ulreich stark ab. Er unterstrich einmal mehr, warum ihn Trainer Jupp Heynckes jüngst zum "zweitbesten deutschen Torwart in der Bundesliga" - hinter Comeback-Arbeiter Neuer - ernannt hatte.

Heynckes hatte Ulreich gleich bei seinem Amtsantritt im Oktober 2017 das Vertrauen ausgesprochen. Er habe eine "phänomenale Entwicklung" genommen, hob der 72-Jährige zuletzt hervor. Mehr und mehr fand der unter Carlo Ancelotti verunsicherte Torhüter unter Heynckes wieder zur Sicherheit. Die Wertschätzung für Ulreich dürfte auch nach seinem Patzer nicht weniger werden. Und eine weitere Chance auf einen Titel hat der FC Bayern im DFB-Pokalfinale, auch dann wahrscheinlich mit Sven Ulreich zwischen den Pfosten.

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