Ukrainischer Fernsehsender mit Granatwerfer beschossen | Aktuell Europa | DW | 13.07.2019
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Russisch-ukrainischer Konflikt

Ukrainischer Fernsehsender mit Granatwerfer beschossen

Nach Polizeiangaben gab es keine Verletzten. Die Polizei stufte die Tat als Terrorakt ein. Der Sender hatte zuvor angekündigt, eine Dokumentation mit einem Interview mit Russlands Präsident Putin ausstrahlen zu wollen.

Die Behörden sprachen von einem terroristischen Anschlag, nachdem der Sitz des TV-Senders "112 Ukraine" in Kiew angegriffen worden war. Wer hinter dem Angriff steckt, ist noch unklar. Der TV-Kanal hatte zuvor einen Appell an die Polizei veröffentlicht, Journalisten vor der "Willkür von nationalen Radikalen" zu schützen. Diese versuchten, "durch Drohungen die redaktionelle Politik des Senders zu beeinflussen", hieß es.

Der Sender wollte einen Film des US-amerikanischen Regisseurs Oliver Stone über die Ereignisse in der Ex-Sowjetrepublik nach den proeuropäischen Protesten auf dem Maidan - dem Unabhängigkeitsplatz - in Kiew vor fünf Jahren zeigen. Dafür wurde auch der russische Präsident Wladimir Putin interviewt. In der Ukraine wird der Film von vielen als russlandfreundlich eingestuft.

Dokumentation wird erstmal nicht ausgestrahlt

Eine Hauptfigur des Films ist der ehemalige Chef der Präsidialverwaltung unter Ex-Präsident Leonid Kutschma, der prorussische Politiker Viktor Medwedtschuk, dem auch der Besitz des Nachrichtensenders zugeschrieben wird. Seine Partei "Oppositionsplattform" kann bei den in einer Woche angesetzten Parlamentswahlen damit rechnen, zweitstärkste Kraft zu werden. Die Partei wird offen vom Kreml unterstützt.

Zuletzt gab es in den seit Jahren angespannten Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine vorsichtigen Grund für Optimismus. Die Präsidenten beider Länder telefonierten am Donnerstag. Russland hatte 2014 die ukrainische Halbinsel Krim annektiert. Im Osten der Ukraine dauern die Kämpfe zwischen den aus Russland unterstützten Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen an.  In dem Konflikt wurden bereits mehr als 13.000 Menschen getötet.

hf/qu (afp, dpa)

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