Ukrainische Abgeordnete Nadeschda Sawtschenko aus U-Haft entlassen | Aktuell Europa | DW | 16.04.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Prozess

Ukrainische Abgeordnete Nadeschda Sawtschenko aus U-Haft entlassen

Nach rund einem Jahr kommt die ukrainische Abgeordnete und Ex-Pilotin Nadeschda Sawtschenko aus der Untersuchungshaft frei. Der Prozess gegen sie wegen angeblicher Umsturzpläne wird aber fortgesetzt.

Ukraine Nadeschda Sawtschenko Abgeordnete und Ex-Pilotin (Getty Images/AFP/G. Savilov)

Sawtschenko bei einer Anhörung im Gericht im März 2018

Die Parlamentarierin Nadeschda Sawtschenko wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine in der Nacht auf Dienstag freigelassen. Die Richterin hatte zuvor entschieden, die Untersuchungshaft vorerst nicht zu verlängern. 

Wie die Agentur weiter berichtet, versprach die 37-Jährige nach der Entlassung, sie werde sich nicht ins Ausland absetzen. Nach ihrer Ansicht hat sie zu Unrecht ein Jahr in U-Haft verbracht. "Ich werde meine Unschuld beweisen und ich werde vor Gericht gewinnen", so Sawtschenko.

Der Prozess gegen Sawtschenko soll am 7. Mai weitergehen. Ihr wird unter anderem vorgeworfen, mit moskautreuen Separatisten einen terroristischen Staatsstreich und die Ermordung von Abgeordneten und Regierungsmitgliedern geplant zu haben. Das Parlament hatte ihr 2018 die Abgeordnetenimmunität entzogen und die Erlaubnis für die Festnahme und einen anschließenden Arrest erteilt. Ihr droht lebenslange Haft.

Rückkehr nach Begnadigung

Die Ex-Militärpilotin war international bekannt geworden, nachdem sie 2014 bei Kämpfen in der Ostukraine in Gefangenschaft geraten war. Nach der Verurteilung in Russland wurde sie im Mai 2016 begnadigt und gegen zwei im Kriegsgebiet festgenommene Russen ausgetauscht. Bereits während ihrer Gefangenschaft wurde sie ins ukrainische Parlament gewählt.

Ursprünglich hatte Sawtschenko geplant, bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine zu kandidieren. Auswirkungen auf die Stichwahl am Sonntag (21. April) wird ihre Freilassung nicht haben. Präsident Petro Poroschenko hatte mit deutlichem Rückstand auf den Favoriten und Komiker Wolodymyr Selenskyj den Einzug in den zweiten Wahlgang geschafft. Er hat aber nur geringe Aussichten auf eine Wiederwahl.

ust/stu (dpa, uifax/dw)

Die Redaktion empfiehlt