Ukraine-Krieg: Russische Ölanlagen brennen
5. April 2026
Die Ukraine nimmt in ihrem Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg gezielt Anlagen der Ölindustrie unter Beschuss. Ziel ist es, die Finanzierung von Russlands Kriegswirtschaft zu schmälern. Nun sind den ukrainischen Streitkräften offenbar erneut Schläge gelungen - in weit entfernt gelegenen Regionen. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldet, dass die Flugabwehr in der Nacht insgesamt 87 ukrainische Drohnen über russischen Zielen zerstört habe.
Dennoch gerieten bei Angriffen auf Anlagen der Ölindustrie mehrere Objekte in Brand - sowohl an der Wolga als auch an der Ostsee. Im Oblast Nischni Nowgorod seien 30 ukrainische Drohnenschläge abgewehrt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets, Gleb Nikitin, mit.
Herabfallende Trümmer hätten Feuer in zwei Objekten des Ölkonzerns Lukoil ausgelöst. Das Unternehmen betreibt in Kstowo die viertgrößte Raffinerie Russlands.
Es seien auch Wohnhäuser und ein Heizkraftwerk beschädigt worden, so Nikitin. Demnach kam es zudem zu Stromausfällen. Verletzte gebe es nach ersten Erkenntnissen nicht.
Ostseehafen erneut unter Beschuss
Im Gebiet Leningrad, das an St. Petersburg grenzt, war wie zuletzt schon mehrfach der Hafen Primorsk an der Ostsee Ziel von Angriffen aus der Ukraine. Primorsk liegt 1150 Kilometer von der ukrainischen Haupstadt Kyjiw entfernt. Nun sei es dort an einer Ölleitung zu einem "ungefährlichen Brand" gekommen, wie Gouverneur Alexander Drosdenko mitteilt.
Trümmer einer Drohne beschädigten demnach "einen Abschnitt der Ölpipeline nahe des Hafens von Primorsk". Das ausgetretene Öl werde derzeit "kontrolliert abgebrannt". Verletzt wurde dem Gouverneur zufolge niemand. Insgesamt seien 19 ukrainische Drohnenangriffe abgewehrt worden.
Der Hafen Primorsk liegt zwischen der Grenze zu Finnland und der Metropole St. Petersburg. Er war zuletzt im März angegriffen worden. Dabei wurde ein Treibstofftank in Brand gesetzt.
Luftalarm im Schwarzmeerhafen
Auch die Schwarzmeer-Hafenstadt Noworossijsk steht offenbar unter Beschuss. Dort gilt wegen drohender Drohnenangriffe Luftalarm. Noworossijsk ist ein Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte und gilt als einer der wichtigsten Öl-Häfen am Schwarzen Meer.
Die Ukraine nimmt immer wieder russische Energieanlagen in ihrem Abwehrkampf gegen den seit mehr als vier Jahren andauernden Angriffskrieg ins Visier. Unter anderem mit Erlösen aus Energieexporten finanziert Russland seine Kriegswirtschaft.
Allerdings scheint inzwischen das Treibstoffangebot im eigenen Land knapp zu werden. Die Regierung in Moskau hat Anfang des Monats ein neues Benzin-Exportverbot bis Ende Juli verhängt, um so die Preise angesichts der angespannten Lage auf den Energiemärkten stabil zu halten.
AR/pgr (dpa, rtr)
Redaktionsschluss 17.30 Uhr (MESZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert!