U-Bahn-Mitarbeiter von São Paulo streiken | Wirtschaft | DW | 05.06.2014
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Wirtschaft

U-Bahn-Mitarbeiter von São Paulo streiken

Die Mitarbeiter der U-Bahn in São Paulo streiken. Sie fordern mindestens zehn Prozent mehr Lohn, erst dann soll der Streik enden. Kurz vor Beginn der Fußball-WM steht Brasiliens größte Stadt vor einem Verkehrschaos.

Die Mitarbeiter der U-Bahn in der brasilianischen Metropole São Paulo haben seit Mitternacht ihre Arbeit niedergelegt. Zuvor waren Verhandlungen mit dem Arbeitgeber über Gehaltserhöhungen gescheitert. Ein Angebot von 8,7 Prozent mehr Lohn lehnte die Gewerkschaft nach Angaben ihres Vorsitzenden, Altino Melo dos Prazeres, ab. Er fordert mindestens zehn Prozent.

Streik betrifft 4,5 Millionen Menschen

"Wenn Geld für das Itaquerao und die Weltmeisterschaft da ist, wie kann es dann sein, dass es kein Geld für den öffentlichen Nahverkehr gibt?", sagte Prazares. Itaquerao ist der Spitzname des WM-Stadions "Corinthians Arena" in São Paulo. Dort soll am 12. Juni das Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien stattfinden.

Knapp eine Woche vor Beginn der Fußball-WM ist der Druck auf den Arbeitgeber groß: Die rund 9700 Beschäftigten der U-Bahn wollen so lange Streiken, bis ihre Forderungen erfüllt werden. Der Streik betrifft schon jetzt etwa 4,5 Millionen Menschen, die täglich die U-Bahn benutzen. Der 20-Millionen-Metropole droht ein Verkehrschaos, das sich nach Beginn des Turniers noch verstärken dürfte, sollten die U-Bahn-Mitarbeiter dann immer noch streiken. Erst im letzten Monat hatte ein Streik der Busfahrer die Stadt lahmgelegt.

12.000 Menschen demonstrieren gegen WM

Vor der Fußball-Weltmeisterschaft kommt es in Brasilien nahezu täglich zu Protesten und Streiks. In São Paulo marschierten erneut rund 12.000 Menschen zum Corinthians Stadion und demonstrierten gegen das Turnier (siehe Artikelbild). Die "Bewegung obdachloser Arbeiter" hatte dazu aufgerufen. Die Demonstranten kritisieren, dass mehr als 11 Milliarden Dollar (ca. 8 Milliarden Euro) in die Fußball-WM investiert wurden, während Geld für Bildung, Soziales und Infrastruktur in Brasilien fehlt.

Während des Confederation Cups im letzten Jahr – einer Art Generalprobe für die WM – hatten Hunderttausende Brasilianer gegen das Fußball-Turnier demonstriert. Teilweise kam es zu schweren Ausschreitungen. Auch während der Weltmeisterschaft werden Proteste erwartet.

cr/uh (afp, rtr)