Trump will Grönland kaufen | Aktuell Welt | DW | 16.08.2019
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Neuer Megadeal

Trump will Grönland kaufen

US-Präsident Donald Trump ist wieder auf der Suche nach Auslandsgrundstücken. Nachdem er bereits die "tollen Strände" von Nordkorea als idealen Standort für Ferienwohnungen auserkoren hatte, will er nun Grönland kaufen.

Thema Umwelt (Getty Images/M.Tama)

Grönland hat, abgesehen von der Antarktis, die weltweit geringste Bevölkerungsdichte

Ist US-Präsident Donald Trump auf der Suche nach einem ewigen Eintrag in die Geschichtsbücher oder ist er wieder in seinem alten Job als Immobilienunternehmer unterwegs? Auf jeden Fall erinnert seine aktuellste Idee an den Kauf von Alaska 1867. Damals erwarben die USA das Gebiet des nördlichsten US-Bundesstaates vom russischen Zarenreich - für den Schnäppchenpreis von 7,2 Millionen Dollar (das entspricht etwa einem heutigen Gegenwert von 120 Millionen Dollar). Jetzt hat Trump Insidern zufolge mit Beratern und Mitarbeitern einen Plan zum Kauf von Grönland durch die Vereinigten Staaten entwickelt.

Schon Harry Truman wollte Grönland kaufen

Der Präsident interessiere sich wegen der natürlichen Ressourcen und der geostrategischen Bedeutung für das nordöstlich von Kanada gelegene Grönland, hieß es. Dem "Wall Street Journal" zufolge sehen einige Trump-Berater Vorteile für die USA beim Kauf der Insel, andere gingen von einer "flüchtigen Faszination" des Präsidenten aus.

Die Reaktionen aus Dänemark ließen nicht lange auf sich warten. Der ehemalige dänische Minsterpräsident Lars Lokke Rasmussen glaubt an einen Aprilscherz.

Aaja Chemnitz Larsen, eine der beiden gewählten Abgeordneten aus Grönland im dänischen Parlament, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, ihr erster Gedanke sei "Nein, Danke" gewesen. Dann nahm sie die Trump-Offerte zum Anlass, um über die Beziehungen zu Dänemark zu sprechen. "Eine gleichberechtigtere Partnerschaft mit Dänemark sollte der Weg in die Zukunft sein. Und ein stärker und langfristig unabhängigeres Grönland", schrieb sie auf Twitter.

Grönländer zeigen Trump die kalte Schulter

Grönland stehe nicht zum Verkauf, heißt es aus dem dortigen Außenministerium: "Wir sind offen für Geschäfte, aber nicht für einen Verkauf. " Das Ministerium hob zugleich hervor, dass Grönland "reich an Mineralien, sauberstem Wasser und Eis, Fischbeständen, Meeresfrüchten, erneuerbarer Energie" - und ein neues Ziel des Abenteuertourismus sei.

NASA Operation IceBridge (Getty Images/M.Tama)

Ein NASA-Flugzeug auf dem US-Militärflugplatz "Thule Air Base" in Grönland (Archiv)

So ganz neu ist Trumps Idee übrigens nicht: Bereits einer seiner Vorgänger, Präsident Harry Truman, hatte 1946 den Kauf von Grönland für 100 Millionen Dollar angeregt – was die Dänen dankend ablehnten. Grönland ist die größte Insel der Erde. Auf der eisbedeckten Insel zwischen dem Nordatlantik und dem Nordpolarmeer befindet sich auch der US-Militärflugplatz Thule Air Base. Die Insel hat, abgesehen von der Antarktis, die geringste Bevölkerungsdichte der Welt. Grönland hat den Status eines autonomen Territoriums von Dänemark.

Trump wird Anfang September in Dänemark erwartet. Es gibt keine Hinweise darauf, dass dabei über einen Grönland-Kauf gesprochen werden soll. Nicht zum ersten Mal hat sich der US-Präsident für Grundstücke im Ausland interessiert. In der Vergangenheit hatte er unter anderem geäußert, die "tollen Strände" von Nordkorea seien ein idealer Standort für Ferienwohnungen.

nob/rb (rtr, rtre, afp)