Trump will einfach einmal ″Hallo″ sagen | Aktuell Welt | DW | 29.06.2019
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USA und Nordkorea

Trump will einfach einmal "Hallo" sagen

Der US-Präsident ist immer für eine Überraschung gut. Am Rande der G20-Beratungen machte Donald Trump dem nordkoreanischen Machthaber einen Vorschlag, der allen diplomatischen Gepflogenheiten widerspricht.

Vietnam, Hanoi: Treffen Donald Trump und Kim Jong Un (picture-alliance/dpa/E. Vucci)

Wieder ein Treffen wie im Februar in Hanoi?

US-Präsident Donald Trump hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un für Sonntag zu einem spontanen Treffen an der innerkoreanischen Grenze eingeladen. Er werde den G20-Gipfel in Osaka gemeinsam mit Südkoreas Präsident Moon Jae-In in Richtung Seoul verlassen, schrieb Trump am Samstag auf Twitter. "Während ich da bin, falls Vorsitzender Kim von Nordkorea dies sieht, ich würde ihn an der Grenze/entmilitarisierten Zone treffen, einfach, um ihm die Hand zu schütteln und Hallo zu sagen(?)!", schrieb Trump.

Es hatte bereits zuvor Spekulationen über ein mögliches Treffen der beiden Politiker gegeben, die sich schon zweimal in Singapur und Hanoi bei Gipfeltreffen begegnet sind. Sowohl das Weiße Haus als auch Trump selbst hatten Planungen für ein Treffen an der Grenze jedoch zunächst dementiert. "Ich habe nur mal einen Fühler ausgestreckt", erklärte Trump später. Er wisse gar nicht, ob Kim derzeit überhaupt in Nordkorea sei. "Wenn er da ist, werden wir uns für zwei Minuten sehen", betonte Trump. "Das ist alles, was wir tun können."

Der US-Präsident verteidigte erneut sein "gutes Verhältnis" zu dem Machthaber Nordkoreas, dem Brutalität gegen sein Volk vorgeworfen wird. "Es ist eine gute Sache, miteinander auszukommen." Es hätte mit Sicherheit Krieg gegeben, wenn nicht er als US-Präsident die Initiative ergriffen und Gespräche in Gang gebracht hätte, glaubt der US-Amerikaner.

Inzwischen ist Trump in Südkorea eingetroffen. Am Abend (Ortszeit) ist ein Essen mit Präsident Moon Jae In in dessen Amtssitz in Seoul geplant. Am Sonntag wollen sich beide bei formellen Gesprächen unter anderem über das weitere Vorgehen im Atomstreit mit Nordkorea beraten.

Schnelle Reaktion aus Pjöngjang

Die nordkoreanische Regierung hat den Vorschlag von US-Präsident Donald Trump zu einem Gipfeltreffen in der entmilitarisierten Zone als "interessant" begrüßt. Pjöngjang halte das Angebot für einen sehr interessanten Vorschlag, sei von den USA aber bislang nicht offiziell deswegen kontaktiert worden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Samstag Vize-Außenminister Choe Son Hui. 

Sollte das Treffen im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südkorea tatsächlich wie von Trump angeregt stattfinden, wäre es "eine weitere bedeutungsvolle Gelegenheit, die persönlichen Beziehungen zwischen den beiden Staatschefs zu vertiefen und die bilateralen Beziehungen voranzutreiben", betonte Choe.

Nach dem Gipfel zwischen Kim und Trump in Singapur im Jahr 2018, von dem hoffnungsvolle Signale ausgegangen waren, und dem dann gescheiterten zweiten Gipfel in Hanoi wäre eine Begegnung an der Grenze das dritte Aufeinandertreffen der beiden Politiker. Die Gespräche über die in Singapur grob vereinbarte Atomabrüstung Nordkoreas waren nach Hanoi festgefahren.

ml/Ih/kle (dpa, rtr, afp) 

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