Trump vergleicht seine Gegner zum 4. Juli mit Nazis | Aktuell Amerika | DW | 05.07.2020
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Unabhängigkeitstag

Trump vergleicht seine Gegner zum 4. Juli mit Nazis

Die Feierlichkeiten zum "Independence Day" in den USA sind eigentlich gänzlich unpolitisch. Das gilt jedoch nicht für Präsident Donald Trump. Er bricht in diesem Jahr mit allen Traditionen.

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US-Präsident Trump attackiert erneut politische Gegner

US-Präsident Donald Trump hat seine Ansprache an die Nation zum Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten für einen Rundumschlag gegen seine politischen Gegner genutzt - und sie unter anderem mit Nazis in eine Reihe gestellt. Die "amerikanischen Helden" hätten die Nazis, Faschisten, Kommunisten und Terroristen besiegt, amerikanische Werte gerettet und Prinzipien hochgehalten, sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) bei einer Zeremonie im Garten des Weißen Hauses. "Wir sind jetzt dabei, die radikale Linke, die Marxisten, die Anarchisten, die Unruhestifter und Plünderer zu besiegen", erklärte er weiter.

USA, Washington I Donald Trump I Salute to America (Reuters/S. Silbiger)

Zur Feier roter und blauer Rauch über dem Weißen Haus

Seine Vorgänger im Präsidentenamt bemühten sich stets, in ihren Ansprachen am 4. Juli die Nation zu einen. Nicht so Trump. Er fokussierte sich vollkommen auf seinen Wahlkampf - will er doch am 3. November als US-Präsident wiedergewählt werden.

USA, Washington I Donald Trump I Salute to America (picture-alliance/K. Cedeno)

Golden Knights, das Fallschirm-Team der US-Armee, vor dem Weißen Haus

In Anspielung auf die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt, die seit Wochen nicht abreißen und eine Debatte über den Umgang mit dem Erbe der Sklaverei losgetreten haben, wiederholte Trump seine Aussage vom Vorabend des Unabhängigkeitstages: "Wir werden niemals zulassen, dass ein wütender Mob unsere Statuen niederreißt oder unsere Geschichte auslöscht." Ihm ist ein Dorn im Auge, dass in mehreren Städten bei Protesten Statuen in Frage gestellt oder gar gestürzt wurden, die historische Figuren darstellen, die mit Rassismus in Verbindung gebracht werden. Auch lehnt Trump eine Änderung umstrittener Namen von Militärbasen ab. 

Video ansehen 02:20

Trump greift zum Unabhängigkeitstag Protestbewegung an

"99 Prozent der Corona-Fälle sind harmlos" 

Der Präsident ging in seiner Rede auch auf die Corona-Pandemie ein. Angesichts anhaltender Vorwürfe wegen seines Krisenmanagements versicherte Trump: "Wir haben viele Fortschritte gemacht. Unsere Strategie funktioniert gut." Er meinte weiter, 99 Prozent der Corona-Fälle in den USA seien "harmlos". Außerdem sei wahrscheinlich "deutlich vor Jahresende" eine wirksame Therapie oder ein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar.

Die USA sind das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Insbesondere in den südlichen und westlichen Bundesstaaten breitet sich das Virus derzeit rasant aus. Landesweit wurden bereits mehr als 2,8 Millionen Infektionen nachgewiesen, fast 130.000 Menschen starben an COVID-19.

USA, West Palm Beach I Not everyone is free March (picture-alliance/A. Eyestone)

Parallel zu den Feierlichkeiten protestierten in vielen Städten wie hier in West Palm Beach, Florida, Demonstranten gegen Polizeigewalt und Rassismus

Im vergangenen Jahr hatte Trump den 4. Juli bereits für eine militärische Machtdemonstration genutzt und sich den Vorwurf eingehandelt, den Nationaltag zu politisieren. Anders als in diesem Jahr verzichtete er aber auf Polemik und Attacken auf seine Gegner. Zu den Feierlichkeiten am Samstag in Washington zählten auch eine Flugshow von Kampfflugzeugen aus dem Zweiten Weltkrieg und der Kunstflugstaffel Blue Angels.

se/cw (dpa, ap, afp)

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