Trump spricht beim ″March for Life″ | Aktuell Amerika | DW | 24.01.2020
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Abtreibungsgegner

Trump spricht beim "March for Life"

Erstmals hat ein US-Präsident an der Kundgebung der Abtreibungsgegner in Washington teilgenommen. "Ungeborene Kinder hatten noch nie einen stärkeren Verteidiger im Weißen Haus", sagte Donald Trump beim "March for Life".

Mit einer Rede vor Zehntausenden Abtreibungsgegnern hat US-Präsident Donald Trump im Wahljahr die Nähe zur konservativen Basis gesucht. Er nahm als erster US-Präsident der Geschichte am jährlichen "March for Life" ("Marsch für das Leben") in Washington teil. Den Demokraten warf Trump unter dem Applaus Tausender Demonstranten vor, "die radikalsten und extremsten Positionen" in der Debatte um Schwangerschaftsabbrüche zu vertreten. 

Jedes menschliche Leben sei ein Geschenk Gottes, das behütet werden müsse, sagte er in seiner Rede. Ungeborene Kinder hätten "noch nie einen stärkeren Verteidiger im Weißen Haus" gehabt. Trump schrieb sich auch den Schutz der Religionsfreiheit auf die Fahne - viele der Demonstranten waren evangelikale Christen, eine wichtige Wählergruppe für den Präsidenten.

"Sie sind hinter mir her, weil ich für euch kämpfe"

Seine Ansprache hielt Trump auf der National Mall, dem langgezogenen Park im Herzen Washingtons - unweit des US-Kongresses, wo derzeit das Amtsenthebungsverfahren gegen ihn wegen der Ukraine-Affäre läuft. In seiner Rede nahm der Präsident nur ein Mal auf den Impeachment-Prozess im Senat Bezug.

USA Trump stärkt Abtreibungsgegner mit erstem Auftritt bei Kundgebung (picture-alliance/AP Photo/E. Vucci)

Abtreibungsgegner jubeln Trump bei seiner Rede zu

"Sie sind hinter mir her, weil ich für euch kämpfe, und wir kämpfen für jene, die keine Wahl haben", sagte Trump. "Und wir werden gewinnen." Seine Zuhörer riefen im Anschluss an die Rede: "Vier weitere Jahre!" - ein Slogan für eine Wiederwahl des Präsidenten.

Der "Marsch für das Leben" wird seit 47 Jahren organisiert. Er findet immer in den Tagen um den 22. Januar statt. Am 22. Januar 1973 hatte der Oberste Gerichtshof der USA Abtreibungen legalisiert, was die Demonstranten rückgängig machen wollen.

Bedeutung für Präsidentenwahl im November

Trumps Teilnahme am "Marsch für das Leben" weniger als zehn Monate vor der Präsidentschaftswahl gilt als klares Signal an die konservative Basis, die Trump für eine Wiederwahl braucht. Während Vizepräsident Mike Pence bereits persönlich an der Kundgebung der Abtreibungsgegner teilgenommen hatte, hatte Trump sich in den vergangenen beiden Jahren lediglich in Videobotschaften an die Demonstranten gewandt.

Das Abtreibungsrecht gehört seit Jahrzehnten zu den strittigsten innenpolitischen Themen in den USA. Trump hatte die Wahl 2016 auch dank seines starken Rückhalts bei der religiösen Rechten gewonnen, für welche die Abschaffung des Abtreibungsrechts ein Kernanliegen ist.

In der Vergangenheit hatte Trump sich dafür ausgesprochen, die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch den Frauen zu überlassen. Während des Wahlkampfes 2016 änderte er seine Haltung und erklärte, er trete für den Schutz des ungeborenen Lebens ein. Bei der Wahl im kommenden November dürfte das Thema erneut eine wichtige Rolle spielen.

gri/nob (afp, dpa, kna)

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